Zufriedene Bilanz der Verantwortlichen

Salzburger Festspiele erzielten Überschuss von 1,6 Mio.

Montag, 28. August 2017 | 16:00 Uhr

Die Salzburger Festspiele haben am Montag eine wirtschaftlich und künstlerisch erfolgreiche Bilanz über die Sommersaison 2017 gezogen. Bei einem Budget von 61,7 Millionen Euro wurden 29,9 Millionen Euro an Bruttoeinnahmen erwirtschaftet und damit ein Überschuss von 1,6 Millionen Euro netto erzielt. Die Platzauslastung betrug 97 Prozent, um ein Prozent höher als im Rekordjahr 2016.

Zwei Tage vor dem diesjährigen Saisonende am 30. August zeigte sich das dreiköpfige Festspieldirektorium mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und dem kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz mehr als zufrieden mit dem Ergebnis, ebenso Schauspielchefin Bettina Hering und Konzertchef Florian Wiegand. “Das Risiko des künstlerischen Programmes hat eine reiche Ernte gebracht, sowohl künstlerisch als auch ökonomisch”, sagte Rabl-Stadler.

Die Schauspielchefin entgegnete auch gleich Gerüchten, wonach Stefanie Reinsperger im nächsten Sommer nicht mehr die Buhlschaft im “Jedermann” spiele. Die beim Publikum sehr positiv aufgenommene Inszenierung mit Tobias Moretti als “Jedermann” werde 2018 unter der Regie von Michael Sturminger wieder aufgenommen, “mit Reinsperger und Moretti”, sagte Hering. Der “Jedermann” führt mit 35.000 Besuchern auch das Ranking der bestverkauften Produktionen, gefolgt von “Zeit mit Schostakowitsch” (26.250) und den Konzerten der Wiener Philharmoniker (24.000).

“Die Auslastung von 97 Prozent hat unsere Erwartungen weit übertroffen”, sagte der Finanzchef. Von 21. Juli bis 30. August standen 195 Aufführungen an 15 Spielstätten auf dem Programm. Inklusive der drei Generalproben und 54 Sonderveranstaltungen (wie die Meisterklassen und das Fest zur Festspieleröffnung, Anm.) wurden 261.500 Karten ausgegeben. Der finanzielle Überschuss werde dringend für die Sanierung des Großen Festspielhauses benötigt, die 2021/22 abgeschlossen sein wird.

Besucher aus 79 Nationen sahen sich das Festival heuer an. Der weit gereisteste Kunde kam laut Crepaz aus Wellington in Neuseeland, die Luftlinie zum Festspielbezirk beträgt 18.403 Kilometer. Bemerkenswert war auch, dass es viele Kurzentschlossene gab. Es sei während des Festspielsommers viel über die aufgeführten Werke diskutiert worden, sogar im Taxi, wie die Festspielpräsidentin anmerkte, und bei positiver Resonanz wurde noch versucht, Karten zu bekommen. Hauptmanns Schauspiel “Rose Bernd” sei anfangs ziemlich schlecht verkauft gewesen, die letzten Vorstellungen waren dann ausverkauft, sagte Crepaz.

Operndiva Anna Netrebko wird im nächsten Jahr nicht mehr die “Aida” (Wiederaufnahme) singen, mit ihr ist ein Galakonzert geplant. Wer statt ihr die Titelrolle singen wird, konnte der Intendant noch nicht beantworten. Das brauche noch Zeit, sagte Hinterhäuser. “Wir sind alle ziemlich erschöpft vom Sommer, es war sehr fordernd.” Es sei aber erstaunlich, mit welchem Zuspruch und mit welcher Konzentration und Hingabe das heurige Publikum den Festspielproduktionen gefolgt sei, wobei einige Produktionen für die Besucher keine leichten Herausforderungen gewesen seien.

In seinem ersten Intendantenjahr sei, was die Künstler betrifft, ein Generationenwechsel eingeleitet worden. Hinterhäuser nannte als Beispiel die Debüts von Dirigent Teodor Currentzis und der französischen Opernsängerin Marianne Crebassa. Der behutsame Generationenwechsel sei auch wichtig für eine Weiterentwicklung der ästhetischen Position, sagte der Intendant.

Von: apa