Erinnerung an den Einsatz der (Ur)Großväter im 1. Weltkrieg

Schützen errichten Gedenkkreuze für die Standschützen

Dienstag, 28. Juli 2015 | 17:34 Uhr

Martell/Sulden – Am Samstag, 08. August 2015 gedenken die Schützen des historischen Tirol des Einsatzes der Standschützen im 1. Weltkrieg. Entlang der ehemaligen Gebirgsfront werden dazu Gedenkkreuze errichtet. Auch im Vinschgau sind Gedenkveranstaltungen geplant, unter anderen in Sulden und Martell.

Im Frühjahr 1915 erklärte Italien den Krieg an Österreich-Ungarn. Tirol war zu diesem Zeitpunkt völlig schutzlos, weil alle wehrtauglichen Männer als Kaiserjäger und Landesschützen an den Kriegsfronten kämpfen mussten. Viele von ihnen waren bereits in Serbien und Galizien gefallen.

In dieser ausweglosen Situation meldeten sich in Tirol zehntausende sog. Standschützen freiwillig zum Militärdienst. Es waren junge Burschen und alte Männer aus allen sozialen Schichten und Landesteilen; Deutsche, Ladiner und italienischsprachige Tiroler gleichermaßen. Die jüngsten waren gerade einmal 14 bis 15 Jahre alt und die ältesten schon über 80. Nur durch ihren Einsatz konnte Tirol verteidigt werden.

Am Samstag, 08. August 2015 um 11:00 Uhr findet eine kleine Gedenkfeier in Sulden auf der Schaubachhütte statt. Sie wird von den Schützenkompanien Latsch, Schlanders, Serfaus und Tösens gemeinsam veranstaltet.

Am Nachmittag um 16:00 Uhr wird in Martell auf der Zufallhütte ein Gedenkgottesdienst abgehalten. Die Gedenkveranstaltung wird von den Schützenkompanien Kastelbell, Goldrain, Morter, Prutz-Faggen, Kauns, Grinzens und Kematen organisiert. Die Musikkapelle Martell sorgt für die musikalische Umrahmung. Die Gedenkrede hält Ortlerfrontexperte Manfred Haringer. Ein Gedenkkreuz wird anschließend gesegnet und unterhalb der Hütte am Wegesrand aufgestellt. Nahe an jener Stelle, an welcher die letzten Gefallenen dieses Frontabschnittes im November 1918 bestattet wurden.

Am selben Tag werden von allen Schützenkompanien aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol gemeinsam rund 70 Gedenkkreuze an historisch bedeutenden Punkten der ehemaligen Frontlinie aufgestellt. Im Vinschgau sind dies Piz Chavalatsch, Dreisprachenspitze, Kleiner Scorluzzo, Hohe Schneid, Pleisshorn, Schaubachhütte, Eisseepass (ehemalige Hallesche Hütte) und Zufallhütte. Am Soldatenfriedhof in Spondinig und bei den Hl. Drei Brunnen in Trafoi wurden die Gedenkkreuze bereits zu Pfingsten aufgestellt.

Die Schützen betonen, dass die Standschützen damals keine fremden Länder erobern wollten. Sie wollten nur die eigene Familie, das zu Hause und die Heimat verteidigen. Die Schützen rufen die Bevölkerung dazu auf, an den Gedenkveranstaltungen teilzunehmen. Genauere Informationen über Ort und Zeitpunkt erteilen die jeweiligen Schützenkompanien.

Von: ©ka