Die Schule beginnt (wieder)

Schulbeginn in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland

Montag, 03. September 2018 | 13:33 Uhr

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat am Montag für rund 475.000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr begonnen. Eine Woche später enden die neunwöchigen Sommerferien auch für etwa 639.000 Schüler in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Rund 88.000 der insgesamt 1,1 Millionen Schüler sind laut der Statistik Austria heuer Schulanfänger.

Mit dem neuen Schuljahr starten die umstrittenen separaten Deutschförderklassen für Schulanfänger und Quereinsteiger, die wegen schlechter Deutschkenntnisse dem normalen Unterricht noch nicht folgen können. Österreichweit soll es rund 700 solcher Extraklassen geben; in Fächern wie Zeichnen, Musik oder Turnen findet der Unterricht allerdings gemeinsam mit Schülern der Regelklasse statt.

Rechtzeitig zum Schulstart hat das Bildungsministerium die Lehrpläne für diese Deutschförderklassen veröffentlicht. Diese legen je nach Schultyp fest, welche Zielkompetenzen die Schüler in Bereichen wie mündlicher Kommunikation, Wortschatz, Sprachstrukturen, Aussprache und Selbstkompetenz erreichen müssen, damit sie in die Regelklasse wechseln können. Die Nutzung dieser Lehrpläne ist wegen der kurzfristigen Veröffentlichung im neuen Schuljahr allerdings freiwillig. Alternativ können die bisherigen Lehrplan-Zusätze für Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache bzw. Deutschförderpläne genutzt werden.

An Standorten mit weniger als acht außerordentlichen Schülern werden die Kinder mit Sprachproblemen allerdings wie bisher in den regulären Klassen unterrichtet. In Wien wird es in den ersten zwei, drei Schulwochen überhaupt keine separaten Deutschförderklassen geben, alle starten gemeinsam ins neue Schuljahr. Kinder, die seit der Schuleinschreibung Fortschritte gemacht haben, haben damit noch die Chance, in die Regelklassen zu wechseln.

Laut Verordnung erhofft man sich im Bildungsministerium von der “soziale(n) Verschränkung mit der Regelklasse von Anfang an” in bestimmten Fächern “wirkungsvolle Impulse” für den Lernerfolg der Schüler. Sprachförderung soll zudem als “Teamarbeit” verstanden werden, bei der “Kontakte, Kooperationen und Absprachen” mit Lehrern der Regelklassen, Betreuungspersonal und Eltern eine wesentliche Rolle spielen.

Die Deutschklassen sind grundsätzlich auf ein Semester ausgerichtet. Schüler, bei denen ein österreichweit einheitlicher Test noch mehr Förderbedarf ergibt, können maximal vier Semester in der Deutschklasse bleiben. Auch dieser Test liegt noch nicht vor.

Außerdem kommen im neuen Schuljahr strengere Regeln beim Schulschwänzen: Das Verfahren zur Verhängung von Strafen wird vereinfacht und eine Mindeststrafe von 110 Euro eingeführt. In Kraft tritt zudem das 2017 beschlossene Schulautonomie-Paket, damit werden der Zusammenschluss von bis zu acht Schulen zu einem Cluster und flexible Gruppengrößen im Unterricht ermöglicht. Schulleiter sollen zudem bei der Lehrerauswahl stärker mitentscheiden können.

Von: apa

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