unibz: Preisgekrönte Designprodukte

stAbil und BASTONI überzeugen in München

Samstag, 21. Mai 2022 | 00:01 Uhr

Bozen/München – Zwei Designprojekte mit sozialem Hintergrund konnten in dieser Woche zwei Jurys in München überzeugen: das UD – Institut für Universal Design gab heute bekannt, dass BASTONI die Preise UD-EXPERT-WINNER 2022 und UD-GOLD-WINNER 2022 zugesprochen erhalten hat. Parallel dazu hat das studentische Projekt stAbil von Samuel Simoni bei der UD (Universal Design) Competition den Publikumspreis „Universal Design Consumer Award“ erhalten.

Sind wir uns sicher, ewig jung und geschmeidig durchs Leben zu gehen? Im Wintersemester 2020/21 forderte Prof. Kuno Prey die Studierenden seiner Projektgruppe auf, sich mit dem Thema Geh- und Spazierstock auseinanderzusetzen und Neuinterpretationen desselben zu wagen, ausgehend auch von der Forschung des Stadtsoziologen Lucius Burchhardt, der den Begriff der Promenadologie prägte. Inputs gaben Produktdesigner Kuno Prey, Alvise Mattozzi mit den Theorien des Kulturkonsums und Luca Martorano für die Materialwissenschaften. Entstanden sind BASTONI – 16 Interventions of modern walking, die auf der MCBW – Munich Creative Business Week heute die Preise der Fachjury zugesprochen erhielten. „Ich bin stolz auf die Leistungen unsere Studierenden und erfreut, dass deren Kreativität auch außerhalb der Uni Anerkennung finden“, so Prof. Prey, „haben sie sich doch dem Thema des Gehens im Alter mit viel Empathie und auch einer Spur Ironie genähert.“ Entwürfe, die übrigens bereits im Jänner dieses Jahres die Jury des IAUD (International Association for Universal Award) überzeugt hatten, die ihnen in Tokyo einen Anerkennungspreis zusprach.

Zu einem Publikumsliebling hat sich ein anderes Objekt gemausert: die Küchenhilfe stAbil von Samuel Simoni, welche er im Sommersemester 2021 innerhalb des Atelierprojekts betreut von Prof. Kuno Prey und den Dozenten Francesco Sommacal und Giacomo Festi entworfen hatte.

Die Überlegung, die hinter stAbil steckt, umreißt Samuel Simoni vor dem Hintergrund, dass es nur wenige Kochutensilien am Markt gibt, die den besonderen Bedürfnissen von körperlich Beeinträchtigten entsprechen: „Der erste Schritt bei diesem Projekt war es, an eine grundlegende Tätigkeit vieler Menschen auf der Welt zu denken: das Kochen. Der zweite Schritt, eine weit verbreitete Funktionsstörung in die Gestaltung einzubeziehen: der Bewegungsverlust eines oberen Gliedmaßes.“

Dabei analysierte Simoni die Abläufe, die mit dem Kochprozess verbunden sind und integrierte jene Funktionen, die für ein sicheres Kochen unabdingbar sind wie beispielsweise das Fixieren der zu bearbeitenden Lebensmittel. „Dank empirischer Untersuchungen war es möglich, jedes Bauteil sorgfältig in seiner Funktion zu gestalten. Die Kooperation mit Professoren und Therapeuten führte dazu, dass funktionale mit formalen Qualitäten in Einklang gebracht wurden. Das Ergebnis ist „stAbil” – eine Küchenhilfe, die es jedem ermöglicht, selbstständig Gemüse und Kräuter zu schneiden, Kartoffeln zu schälen, Hartkäse zu reiben aber auch Gefäße mit Schraubverschluss sicher zu öffnen oder zu schließen.“

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz