Das Wiener Volkstheater vertrat Österreich gleich doppelt

Stoyanov erhält Darstellerpreis bei Berliner Theatertreffen

Sonntag, 22. Mai 2022 | 16:36 Uhr

Der Schauspieler Samouil Stoyanov ist auf dem Berliner Theatertreffen ausgezeichnet worden. Er erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Ausgezeichnet wurde er für seine Leistung in “humanistää!”, einer Inszenierung am Wiener Volkstheater. “Samouil Stoyanov, was für ein Klumpen Präzision und Grazie”, teilte Jurorin Valery Tscheplanowa am Sonntag mit. Er mache aus Ernst Jandls klugen kargen Sätzen einen nachdenklichen Kraftmonolog, schwitze die Sprache.

Das Theatertreffen zählt zu den großen Bühnenfestivals. Eine Jury lädt dafür jährlich die ihrer Meinung nach zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Das Festival fand erstmals seit drei Jahren wieder mit Publikum statt. Das Wiener Volkstheater vertrat Österreich dabei gleich doppelt und war neben Claudia Bauers “humanistää! – eine abschaffung der sparten” nach Ernst Jandl auch mit der Koproduktion “All right. Good night.” von Helgard Haug und der Gruppe Rimini Protokoll eingeladen worden

Mit dem Alfred-Kerr-Preis wird eine junge Schauspielerin oder ein junger Schauspieler geehrt, der mit einer herausragenden Leistung in einem der eingeladenen Stücke aufgefallen ist. Der gebürtige Bulgare Stoyanov sei in Linz aufgewachsen, wo seine Eltern eine Ballettschule betreiben, teilte das Theatertreffen mit. Er studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien und gehörte danach mehrere Jahre zum Ensemble der Münchner Kammerspiele.

Beim Theatertreffen werden jährlich mehrere Auszeichnungen vergeben. Der Theaterpreis Berlin ging diesmal an die Theaterproduzentin und Intendantin von Kampnagel in Hamburg, Amelie Deuflhard. Sie wird für ihre besonderen Verdienste um das deutschsprachige Theater ausgezeichnet. Der Preis der Stiftung Preußische Seehandlung ist mit 20.000 Euro dotiert. Den Preis erhielten bisher unter anderem die Schauspielerinnen Sandra Hüller, Corinna Harfouch und Sophie Rois.

Von: APA/dpa

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