Fortbildungsprogramm für Masterstudenten und Doktoranden

Südtirol-Kanadische Summer School an der EURAC gestartet

Donnerstag, 18. Juni 2015 | 18:24 Uhr

Bozen – Vielfaltmanagement, Minderheitenrecht und Sezessionstendenzen sind die Themen der zweiwöchigen Summer School, die heuer von der EURAC erstmals in Zusammenarbeit mit der kanadischen Universität Quebec in Montreal ausgerichtet wird. Vom 14. bis zum 27. Juni tauschen sich Jungwissenschaftler aus Kanada und einigen europäischen Ländern mit internationalen Experten an der EURAC aus: Sie diskutieren über politische Herausforderungen, denen dezentralisierte Staaten gegenüberstehen, wie etwa Unabhängigkeits- oder Anerkennungsbestrebungen vonseiten einzelner Regionen, aber auch über Aspekte wie Identität, soziale Ungleichheit und die Umverteilung des Einkommens.

Von der Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland im vergangenen Oktober bis hin zu den gewaltsamen Protesten von prorussischen Separatisten in der Ukraine: Autonomiebestrebungen und Sezessionstendenzen einzelner Regionen sind in den Medien heißumstrittene Themen. Diese stehen auch im Mittelpunkt der diesjährigen EURAC-Summer School zu Vielfaltmanagement, Minderheitenrecht und Sezessionstendenzen, an der 25 Studenten aus Europa und Kanada teilnehmen.

Heuer wird das internationale englischsprachige Fortbildungsprogramm der zwei EURAC-Institute für Minderheitenrecht und für Föderalismus- und Regionalismusforschung erstmals gemeinsam mit der Universität Quebec in Montreal und weiteren kanadischen Partnern organisiert. Zu den Partnern zählt auch die Queen’s University, die jedes Jahr Vorlesungsblöcke in verschiedenen Ländern anbietet: Nach Mexiko und Nordirland finden sie heuer in Bozen statt.

„Zwischen der EURAC und der Universität Quebec in Montreal besteht ein Kooperationsabkommen, um die Forschung in den Bereichen Minderheiten, Diversity Management, Föderalismus, Immigration und Integration voranzubringen. Die kanadische Provinz Quebec hat mit Südtirol viel gemeinsam. Außerdem hat sich die Südtiroler Autonomie als erfolgreiches Modell erwiesen, das auf andere Regionen übertragen werden kann“, erklärt Johanna Mitterhofer, Forscherin am EURAC-Institut für Minderheitenrecht.

Die Teilnehmer der Summer School setzen sich auch mit Fragestellungen rund um die soziale Gleichheit und die Umverteilung des Einkommens als Folge von Migrationsbewegungen auseinander. Weitere Themen sind die die Sprachen- und Nationale Vielfalt, Autonomie- und Sezessionsbewegungen, Minderheiten in Mittel- und Osteuropa und Formen der Solidarität jenseits des Nationalstaates. Neben den Vorlesungen der Experten aus dem In- und Ausland stehen auch ein Besuch des Südtiroler Landtags und verschiedene Museumsbesuche auf dem Programm.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen