Heimatbund, Schützen und KZ-Gedenkkomitee „Campo d’Isarco“ gegen Neuaufstellung des Kapuziner-Wastl

“Symbolisches Zeichen gegen Kriegsverherrlichung und neuen Faschismus gesetzt”

Samstag, 09. April 2022 | 21:29 Uhr

Bozen – Eine Delegation des Südtiroler Heimatbundes, Vertreter der Kulturorganisation “Noi Tirolesi/ Wir Tiroler”, der Schützen und Mitglieder des KZ-Gedenkkomitees „Campo d’Isarco“ haben am Samstag mit der Niederlegung eines weiß-roten Rosenstrauches und mit der Anzündung eines Kerzenlichtes beim KZ-Gedenkstein in Blumau ein Zeichen gegen die Kriegsverherrlichung und für den Frieden in der Welt gesetzt.

“Im Blumauer Mussolini-Konzentrationslager waren vom Jänner 1941 bis zum Sturz des Mussolini-Regimes 1943 – in unterschiedlichen Zeitspannen – tausende von Regime-Gegnern und alliierten Kriegsgefangenen interniert und für Schwerarbeiten im Raum Bozen eingesetzt. Ein Teil der 66 Scharfschützen, welche die hinter hohen Mauern und Stacheldraht in der ehemaligen Bierbrauerei internierten KZ-Häftlinge streng bewachten, gehörten 1942 der „Divisione Pusteria“ an. Diese Sondereinheit der italienischen Armee war in Abessinien und auf dem Balkan in schauderhaften Kriegsverbrechen verwickelt. Und ausgerechnet in Zeiten, wo durch die Ukraine-Krise ein Dritter Weltkrieg droht und in Butscha und in Donbass fürchterliche Kriegsgräuel ans Tageslicht kommen, ist den Alpiniveteranen aus dem Veneto und den Spitzen des in Bruneck stationierten Hauptquartiers des 6. Alpiniregiments nichts Besseres eingefallen als vor den Toren der Lugramani-Kaserne Fragmente des bereits entfernten faschistischen „Kapuzinerwastl“ als neues Denkmal aufzustellen”, so Roland Lang.

SHB

“Mit einer kriegsverherrlichenden Zeremonie will man demnächst in der Militärkaserne in Bruneck an den am Vorabend des Zweiten Weltkrieges vollzogenen italienischen Angriffskrieg auf das heutige Äthiopien gedenken. Zeitgleich traf von Rom die Nachricht ein, dass der italienische Senat per Gesetz beschlossen hat den 26. Jänner als jährlichen nationalen Alpini-Feiertag („Giornata Nazionale degli Alpini“) einzuführen. Dies genau am Tag vor dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Der „Alpini-Feiertag“ soll an die Schlacht von Nikolajewka (Ex-Sowjetunion) im Zweiten Welkrieg erinnern, bei der italienische Gebirgstruppen – im Dienste des schwarzen und braunen Faschismus –besonderen Heldenmut bewiesen haben sollen. Scharfe Kritik wurde an den römischen Parlamentariern geübt, die für die Einführung dieses Feiertages gestimmt hatten”, fährt Lang fort.

SHB

“Mit dem Blumenstrauß und mit der Anzündung einer Kerze haben die Südtiroler Heimatvereine und das Gedenkkomitee auch die vielen Pusterer Rekruten gedacht, die sich trotz Drohungen und Erpressungen geweigert haben, an den grauenvollen Eroberungskriegen der „Divisione Pusteria“ teilzunehmen. Der Kommandant des in Bruneck stationierten Hauptquartiers des 6. Regiments der Alpini hat angekündigt, die geplante Zeremonie zu verschieben. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Man will um jeden Preis das Schanddenkmal in der Rienzstadt aufstellen lassen. Die Heimatvereine und das KZ-Gedenkkomitee appellieren darum an alle friedliebenden und aufrechten politischen Kräfte Südtirols und an die Abgeordneten des Südtiroler Landtages und an die Schutzmacht Österreich diesen Wahnsinn zu stoppen. Südtirol braucht keine Kriegsverherrlichung und keine faschistischen Denkmäler! Ich möchte mich abschließen bei allen Teilnehmern bedanken, die so kurzfristig zu unserer Kundgebung gekommen sind”, schließt Roland Lang.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "“Symbolisches Zeichen gegen Kriegsverherrlichung und neuen Faschismus gesetzt”"


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Tanne
Tanne
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Auch die Süd-Tiroler Senatoren-innen haben das Faschistische Italien leibgewonnen und für den Faschistischen 26.Jannuar gestimmt. Danke Frau Julia Unterberger, danke Herr Meinrad Durnwalder, und Danke Herr Dieter Sieger, dass sie sich für  den Faschistischen Feiertag, für das Faschistische Italien sich so stark einsetzen, und dafür gestimmt haben, danke. Wenn schon nicht Josefi, dann wenigstens einen Faschistischen Feiertag, Bravo, Danke Edles-weiss.

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