31. Ausgabe des Festivals

Tanz Bozen feiert mit dem Flamencostar Rocío Molina das große Finale

Freitag, 24. Juli 2015 | 18:10 Uhr

Bozen – Die New York Times betitelte sie als „größte Falmencotänzerin aller Zeiten“, die Rede ist von Rocío Molina. Ihr widmet Tanz Bozen den letzten Abend der 31. Ausgabe des Festivals. Die 30-jähirge bailaora verbindet in ihrem Tanz Tradition mit Moderne und den Flamenco mit Techniken des zeitgenössischen Tanzes. Mit der cantaora Rosario „La Tremendita“ und dem Kontrabassisten Pablo. Beginn ist im Stadttheater Bozen am 25. Juli um 21.00 Uhr. Nach der Aufführung findet vor dem Stadttheater eine Silent Disco, eine Outdoor-Party mit kabellosen Kopfhörern, statt.

Geboren in Malaga im Jahre 1984 beginnt Rocío Molina schon mit drei Jahren mit dem Tanzen. 2001 tritt sie der Tanzkompanie von María Pagés bei, mit der sie auf Welttournee geht. In der Zwischenzeit schließt sie ihr Studium am Real Conservatorio de Danza in Madrid ab und tritt 2005 in ihrem ersten Stück Entre Paredes auf.

Rocío Molina, von der internationalen Presse als bedeutendste Flamencotänzerin der heutigen Zeit gefeiert, verfügt über außergewöhnliche Talente. Als Choreografin hat sie den zeitgenössischen Flamencotanz begründet, der zwar fest in der Tradition verankert ist, dem sie aber eine neuartige, moderne Note verleiht. Die bailaora setzt neue ästhetische und choreografische Akzente und revolutioniert und verändert dadurch den andalusischen Tanz.

„Ich war stets der Tradition verpflichtet. Ich denke, dass man in der Tradition auf die Avantgarde trifft. Aber mein Körper verlangt nach mehr: Die Technik wurde gelernt und verinnerlicht, dahinter versteckt sich eine neue Welt, die es zu entdecken gilt.“

Molinas Charisma und Sinnlichkeit haben auch Mikhail Baryshnikov begeistert: „Molina ist eine der besten Flamencotänzerin, die ich jemals gesehen habe. Aber diese Beschreibung alleine wird ihr nicht gerecht. Ihre Soleá weist dem Publikum den Weg in das Herz des Flamenco in seiner reinsten Form, verleiht ihm aber auch ein gänzlich neues und spannendes Gesicht.“

Zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen zeugen Rocío Molinas großartiger Karriere: Im Jahre 2010 verleiht das Kulturministerium der erst 26-Jährigen den Nationalen Tanzpreis, die höchste Auszeichnung für Choreografinnen und Choreografen in Spanien „für ihren wertvollen Beitrag zur Erneuerung des Flamencos und für ihre kraftvolle und vielfältige Interpretation und ihre Fähigkeit, mutig und freiheitsliebend die unterschiedlichen Register tanzen zu können“.

Bei Tanz Bozen gastiert sie mit ihrem vorletzten Stück Afectos aus dem Jahre 2012, mit dem sie seit drei Jahren auf Tournee ist. Auf der Bühne steht sie mit der cantaora und Gitarristin Rosario „La Tremendita“ (Sevilla, 1984, sie hat zwei Alben herausgegeben und zahlreiche Auszeichnungen erhalten) und dem Kontrabassisten Pablo Martín.

In Afectos erforscht sie den Überlebenskampf des Menschen, dessen Fähigkeit, sich mit einfachen Dingen zu begnügen, um Zerbrechlichkeit und Schmerz zu überwinden. Dies alles in einem Zusammenspiel von Stille, Stimme und Tanz. Eine sehr intime und wagemutige Erforschung der Essenz des Tanzes und der menschlichen Existenz.

www.tanzbozen.it

Von: ©mk

Bezirk: Bozen