Fackeltanz im Rahmen des Festes zur Festspieleröffnung

Tausende feierten Festspieleröffnung in Salzburg

Samstag, 23. Juli 2016 | 12:00 Uhr

In Salzburg sind am Freitag die diesjährigen Sommerfestspiele eröffnet worden. Den Auftakt markierte ab Nachmittag das zweitägige Fest zur Festspieleröffnung, ehe am Abend mit Joseph Haydns “Die Schöpfung” als Teil der Ouverture spirituelle das offizielle Programm begann. Am Samstag folgt der Höhepunkt mit der Premiere des “Jedermann”. Nach den Schüssen in München wurde die Polizeipräsenz erhöht.

Bereits zum fünften Mal startet die Ouvertüre spirituelle – eine den Salzburger Festspielen vorangestellte Woche mit geistlicher Musik – mit dem großen Oratorium von Joseph Haydn. Diesmal waren das Chamber Orchestra of Europe und der Chor des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nezet-Seguin für den Festivalauftakt im Großen Festspielhaus im großen Festspielhaus zuständig.

Während es in München Tote zu beklagen gab, sang der Bayerische Rundfunk Chor in Salzburg von der Entstehung der Welt. Und das großartig Zusammen mit den hervorragenden Solisten Hanna-Elisabeth Müller, Werner Güra und Gerald Finley gaben die Musiker Haydns Spätwerk aus der Londoner Zeit als organisch-kompakten, groß und flächig angelegten Klangkosmos. Vom Premierenpublikum gab es Standing Ovations.

Schon davor wurde zum Auftakt des zweitägigen Fest zur Festspieleröffnung die Mozartstadt zur Bühne. Insgesamt 78 Programmpunkte werden an den beiden Tagen geboten. Alljährlicher Höhepunkt war am Freitag der Fackeltanz am Residenzplatz. Mehr als 100 Tanzpaare drehten dabei mit Fackeln ihre Tanzkreise um den Residenzbrunnen und tauchten den Platz vor dem Dom in ein magisches Licht.

Aber auch die Festspiele selbst sind in das Fest eingebunden. Im Landestheater gibt es heute, Samstag, ein Künstlergespräch über das Stück “Endspiel”. Auch Mitglieder des “Jedermann”-Ensembles werden bei zwei Lesungen auf Edmundsburg zu sehen sein. Höhepunkt am heutigen Samstag bleibt aber die “Jedermann” Premiere mit der neuen Buhlschaft Miriam Fussenegger. Es ist die letzte Saison, bevor Markus Hinterhäuser die Intendanz übernimmt.

Allerdings lässt die Wetterprognose für den Abend befürchten, dass die Premiere nicht am Domplatz sondern im Großen Festspielhaus stattfinden wird. Eine endgültige Entscheidung darüber will man bei den Festspielen erst kurzfristig am Abend treffen.

Nach den Schüssen in München hat die Polizei jedenfalls die Präsenz rund um das Kulturereignis verstärkt. “Die Einsatzeinheiten wurden aufgestockt und stehen an neuralgischen Punkten”, hieß es am Samstag auf APA-Anfrage vonseiten der Landespolizeidirketion. Besonders im Innenstadtbereich soll durch verstärkte Präsenz das Sicherheitsgefühl der Menschen gesteigert werden.

Die formelle Eröffnungsfeier der Festspiele findet am 28. Juli in der Felsenreitschule statt. Die Festrede hält dieses Jahr der Kulturphilosoph Konrad Paul Liessmann, die offizielle Eröffnung übernimmt Nationalratspräsidentin Doris Bures. Auf dem Opernprogramm stehen heuer drei Neuinszenierungen, darunter eine Uraufführung, im Schauspiel bringt Intendant Sven-Eric Bechtolf drei gewichtige Bühnenwerke, und zwar “Endspiel” von Samuel Beckett, “Der Sturm” von William Shakespeare und “Der Ignorant und der Wahnsinnige” von Thomas Bernhard. In Summe bieten die diesjährigen Salzburger Festspiele 192 Aufführungen in 41 Tagen an 14 Spielstätten.

Von: apa