Geschichte des Hoteldorfs Landro im Ersten Weltkrieg wird gezeigt

Touriseum-Reisekoffer gastiert im Höhlensteintal

Montag, 20. Juli 2015 | 16:43 Uhr

Landro – Ein besonderer Reisekoffer steht seit Kurzem in Landro im Höhlensteintal und informiert dort Wanderer und Radfahrer im Naturpark Drei Zinnen über ein besonderes Hotelschicksal. Der etwa zwei Meter große blaue Reisekoffer des Touriseums zeigt die Geschichte des Hoteldorfs Landro im Ersten Weltkrieg.

Ausgestattet mit 300 Betten, elektrischer Beleuchtung und einem besonders schönen Blick auf die Dolomiten zog das Hoteldorf Landro im Höhlensteintal, einem südlichen Seitental des Pustertals, um die Jahrhundertwende zahlreiche illustre Gäste an, darunter auch die belgische Königsfamilie. Im Mai 1915, noch vor dem Kriegseintritt Italiens, sprengte die österreichische Armee das gesamte Hoteldorf Landro. Sie wollte ein freies Schussfeld für ihre Geschütze in der nur 300 Meter entfernten Festung. Erhalten blieb bis heute nur die Kapelle.

Hotelschicksale während des Ersten Weltkrieges sind ein Themenbereich der aktuellen Sonderausstellung „Tourismus & Krieg" im Südtiroler Landesmuseum für Tourismus – Touriseum in Meran. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet die Ausstellung in der Remise von Schloss Trauttmansdorff noch bis zum 15. November, wie eng Tourismus und Krieg miteinander verbunden sind.

Der Reisekoffer des Touriseums wurde kürzlich von Museumsdirektor Patrick Gasser, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Evelyn Reso und der Koordinatorin des Naturparks Drei Zinnen, Maria Margareth Pallhuber gemeinsam mit Thomas Franchi Baur, Nachfahre der Hoteliersfamilie Baur in Landro, nahe des ehemaligen Standortes des Hoteldorfs Landro aufgestellt und bringt vorbeiziehenden Wanderern und Radfahrern noch bis Ende September diesen Abschnitt der Südtiroler Tourismusgeschichte näher.

Von: ©lpa

Bezirk: Burggrafenamt