Vergleich der Schulsysteme für Kinder mit Beeinträchtigung

Treffen der Bildungsausschüsse Baden-Württemberg und Südtirol

Dienstag, 23. Juni 2015 | 12:47 Uhr

Bozen – Der für Bildung zuständige I. Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtags und der Ausschuss für Kultus, Jugend und Sport des Landtags Baden Württemberg haben sich heute zu einem Austausch über schulische Themen zusammengesetzt, vor allem zur Inklusion von Schüler mit Beeinträchtigung – ein Thema, das derzeit in Deutschland diskutiert wird und das bereits mehrere deutsche Landtagsdelegationen in Südtirol vertieft haben.

Landtagspräsident Thomas Widmann gab der Delegation aus Stuttgart – die von Ausschussvorsitzendem Siegfried Lehmann und Kultusminister Andreas Stoch angeführt wurde – einen Überblick über die politische Situation, inklusive der derzeit schwierigen Finanzlage Italiens und deren Auswirkung auf Südtirols Autonomie. Anschließend standen die Südtiroler Abgeordneten – Ausschussvorsitzende Magdalena Amhof, Brigitte Foppa, Veronika Stirner, Josef Noggler, Dieter Steger und Alessandro Urzì – Rede und Antwort zu Fragen, die auch sehr ins Detail gingen, so z.B. zur Unterstützung für den Eintritt in den Arbeitsmarkt, zu den administrativen und finanziellen Zuständigkeiten, zur Situation an den Lernerfolg der Kinder ohne Beeinträchtigung, zur Inklusion an den gleichgestellten Schulen oder zur Akzeptanz des Inklusionsmodells bei Eltern und Lehrkräften. Interesse zeigten die Gäste auch am Südtiroler Schulsystem der drei Sprachgruppen und den entsprechenden Kontaktmöglichkeiten sowie am Verhältnis zwischen Parteienspektrum und Sprachgruppen.

Von Südtiroler Seite hörten die Abgeordneten aus Baden-Württemberg ein einhelliges Bekenntnis zum Inklusionsmodell, sie wurden aber auch auf offene Baustellen hingewiesen, etwa bei der Organisation in den Schulen und vor allem bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Während Veronika Stirner und Brigitte Foppa aus eigener Erfahrung über die Herausforderungen für die Lehrkräfte berichteten, schilderte Dieter Steger die oft schwierigen Bemühungen, für Personen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz zu finden. Patentrezepte gebe es keine, aber man müsse sich auf diesem Weg weiter bemühen, meinten die Südtiroler Abgeordneten, die sich auch über ein Kompliment von den Abgeordneten aus Baden-Württemberg zum Gesetzentwurf für Menschen mit Behinderung freuen konnten, der demnächst im Landtag ansteht und dem etwa Abg. Georg Wacker "anspruchsvolle Ziele" bescheinigte. "Das geht weit über das hinaus, was ich bisher zum Thema Arbeitsintegration gesehen habe", meinte Abg. Klaus Käppeler, von Beruf Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein.

Von: ©lt

Bezirk: Bozen