Heinz Engl verhandelte mit dem Ministerium

Uni Wien mit neuen Professoren und neuen Beschränkungen

Mittwoch, 03. Oktober 2018 | 22:10 Uhr

Die Universität Wien wird ab 2019 80 zusätzliche Professuren in überlaufenen Studienfächern sowie neuen Schwerpunkten einrichten und Zugangsregeln in Fächern wie Jus, Chemie, Anglistik, Translationswissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie einführen. Das ist das Ergebnis der nun abgeschlossenen Leistungsvereinbarungs-Verhandlungen mit dem Ministerium, so Rektor Heinz Engl zur APA.

Insgesamt erhält die größte Uni des Landes im Zeitraum 2019 bis 2021 eine Budgetsteigerung von 17 Prozent. Von den zusätzlichen 207 Millionen Euro sichere ein Teil die Aufrechterhaltung des Betriebs sowie die Übernahme von bisher extra finanzierten Verpflichtungen wie die neuen Lehramtsstudien. Rund 120 Millionen Euro stehen aber auch für neue Maßnahmen zur Verfügung. Einerseits solle die Konkurrenzfähigkeit der Forschung gesichert werden, so Engl. Andererseits investiere man in die Verbesserung der Studienbedingungen.

So werden 80 zusätzliche Professuren ausgeschrieben. Diese sollen einerseits in zukunftsgerichtete Themenfelder wie Data Science (was auch Digitalisierung in den Geisteswissenschaften umfasst), Künstliche Intelligenz, Computational Medicine (gemeinsam mit der Medizin-Uni), sowie Recht und Innovation fließen. Ein anderer Teil soll die Betreuungssituation in besonders überlasteten Fächern entschärfen. So entstehen etwa allein elf zusätzliche Professuren bzw. Tenure-Track-Stellen in den Sozialwissenschaften. “Um den 12. November werden wir mindestens 40 neue Professuren ausschreiben”, kündigte der Rektor an.

Weiters macht die Uni von der ab Herbst 2019 bestehenden Möglichkeit zu neuen Aufnahmeverfahren Gebrauch: Diese werden generell zusätzlich in den Bereichen Jus, Fremdsprachen und Erziehungswissenschaften möglich, außerdem können die Unis in lokal überlaufenen Studienrichtungen Zugangsregeln einführen. Die Uni Wien nutzt diese Möglichkeiten bei Jus, Anglistik, Translationswissenschaften, Politikwissenschaften, Kultur- und Sozialanthropologie, Soziologie und Chemie.

“Es braucht sich aber niemand fürchten”, betonte Engl. Die Studentenzahlen würden nicht dramatisch geringer. Die Platzzahl orientiere sich an den bisherigen Anfängerzahlen minus der sogenannten “No-Shows”: Das sind Studenten, die keine einzige Prüfung abgelegt haben.

In anderen theoretisch möglichen Fächern sehe man dagegen vorerst von Beschränkungen ab. “Dort beobachten wir die Situation einmal, wie sich die Anfängerzahlen entwickeln. Wenn wir sehen, dass es stärkere Verlagerungsbewegungen in diese Fächer gibt, werden wir in den Jahren darauf vielleicht auch dort etwas machen müssen.” Das betreffe einige andere Sprachen sowie geisteswissenschaftliche Fächer.

“Für die 80 zusätzlichen Professoren brauchen wir Raum. Mit Ministerium und Bundesimmobiliengesellschaft wird in den nächsten Wochen geklärt werden, wo dieser entsteht”, so Engl.

Von: apa