Regisseurin Nandar (m.) brachte die "Vagina-Monologe" nach Myanmar

“Vagina-Monologe” erstmals auf birmanisch

Mittwoch, 06. März 2019 | 11:11 Uhr

Fast ein Vierteljahrhundert nach der Welt-Uraufführung in den USA sind die “Vagina-Monologe” nun erstmals auch im mehrheitlich buddhistischen Myanmar auf die Bühne gekommen. Das feministische Theaterstück hatte am Mittwoch in Rangun, der größten Stadt des südostasiatischen Landes, seine Premiere in birmanischer Sprache.

In Myanmar (ehemals Birma) sind Themen wie weibliche Sexualität, sexuelle Gewalt oder Menstruation normalerweise tabu. Das Stück der US-Amerikanerin Eve Ensler wurde erstmals 1996 in New York aufgeführt. Seither war es praktisch rund um die Welt zu sehen – in Myanmar, wo Religion eine große Rolle spielt, jedoch noch nie. Mit einer einwöchigen Veranstaltungsreihe zu den “Vagina-Monologen” in der Ex-Hauptstadt Rangun wollen die Organisatoren nun Themen in die Öffentlichkeit bringen, über die normalerweise nicht gesprochen wird.

Die Übersetzerin Nandar sagte: “Für jemanden, der in einer Gesellschaft aufgewachsen ist, in der über so etwas nur ganz leise geredet wird, ist das eine großartige Gelegenheit, zuzuhören und etwas zu lernen.” Mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht in Myanmar eine Frau an der Spitze der Regierung. Insgesamt ist die Gesellschaft jedoch noch sehr von Männern geprägt.

Von: APA/dpa