Scheidende Volkstheater-Intendantin Anna Badora

Volkstheater: Eigendeckungsgrad sank 2019 auf 16,4 Prozent

Freitag, 06. März 2020 | 11:45 Uhr

Im Volkstheater Wien ist der Eigendeckungsgrad im Vorjahr von 18,6 (2018) auf 16,4 Prozent gesunken. Das geht aus einer von ÖVP-Kultursprecher Fritz Aichinger gestellten und von der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) schriftlich beantworteten Anfrage hervor, aus der “Die Presse” zitiert. Im Burgtheater lag der Vergleichswert 2018/19 bei 26 Prozent.

Laut dem Artikel sind die Kartenerlöse von 2,14 Mio. Euro (2018) auf 2,02 Mio. Euro zurückgegangen. Dieser Rückgang sei “in Relation zu den bewältigten Herausforderungen zu sehen”, so die scheidende Volkstheater-Intendantin Anna Badora zur APA. “Geschäftsführer haben die Aufgabe, sicherzustellen, dass keine wirtschaftliche Schieflage entsteht. Als Geschäftsführer sind der kaufmännische Direktor Cay Urbanek und ich, wie in den Jahren davor, auch für die Spielzeit 2018/19 vom Aufsichtsrat entlastet worden. Trotz der Herausforderungen unter anderem durch die Generalsanierung weisen wir einen Jahresgewinn aus. Und das mit einem Budget, mit dem kein seriöser Nachfolger für das Haus zu gewinnen war.”

Während laut Artikel jede Eintrittskarte für das Volkstheater mit 65 Euro durch die Stadt Wien subventioniert wird, betrage die Bundessubventionierung jeder Karte des Burgtheaters rund doppelt so viel, so Badora. “Ich habe klare künstlerische Ziele verfolgt und erreicht – das beweisen auch Nestroy-Preise und internationale Gastspieleinladungen -, ohne das Haus wirtschaftlich in Gefahr zu bringen. Ich bin mit meiner Programmierung ein hohes künstlerisches, aber niemals wirtschaftliches Risiko eingegangen.”

ÖVP-Kultursprecher Aichinger spricht hingegen in “Die Presse” von einer “katastrophale Situation”. Auf den designierten Intendanten Kay Voges warte eine “Herkulesaufgabe”. Laut Anfragebeantwortung ist die städtische Förderung des Volkstheaters derzeit an keine Zielvorgaben gebunden: “Durch die geplante Erhöhung der Förderung, den durch die Generalsanierung bedingten Umzug ins Museumsquartier und den (sic) damit verbundenen Unwägbarkeiten sowie durch die aus dem Leitungswechsel entstehenden Mehrkosten erscheint für 2020 die erneute Festlegung von Kennzahlen nicht zielführend.”

Von: apa