Südtiroler Komponistin Manuela Kerer begeistert Publikum

Wassermusik mit Wetterwarnung eröffnete Carinthischen Sommer

Sonntag, 15. Juli 2018 | 11:00 Uhr

Als wetterfest und geduldig erwiesen sich Publikum und Akteure Samstagabend beim regenbedingten Warten auf die “Wassermusik”-Inszenierung im und um das Stift Ossiach. Zum zweiten Mal nach 2016 setzte Intendant Holger Bleck auf eine Auftragskomposition, die bei freiem Eintritt am Seeufer auf den Carinthischen Sommer einstimmen sollte, was auch gelang.

Die Südtiroler Komponistin Manuela Kerer (38) beeindruckte mit Cross-over von Elektro-Sound und Volksmusik. Zuvor hatte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) das traditionsreiche Sommerfestival eröffnet. Er betonte, der Carinthische Sommer trage zur kulturellen Identität und kulturellen Innovation Kärntens bei. Als Kulturreferent mache es ihn stolz, Aufbrüche zu sehen. Denn sich zu öffnen sei positiv, so Kaiser. Doch es werfe auch die Frage auf, ob sich Kultur in Kärnten nur auf den Sommer reduzieren müsse oder man über die vier Jahreszeiten im vivaldischen Sinn zu mehr Vielfalt komme. “Lassen wir Kärnten darüber nachdenken”, appellierte der Landeshauptmann. Für ihn sei Kunst und Kultur allgegenwärtig und es dürfe keinerlei Einschränkung in diesen Bereichen geben.

“Wia a Spiagl” lautet heuer das Motto der Veranstaltungsreihe, die regenbedingt verzögert mit einer aufwendigen Inszenierung von mehr als hundert Chorsängern, Blasmusikern, Feuerwehrleuten u.a.m. begann. Mit Blaulicht und Sirene wurde dafür das Publikum in einen Kreis aus Spiegeln gebeten, die hintersinnig und scheinbar zusammenhanglos mit Stichworten wie “grenzenlos”, “Chaos” oder “to whom” neugierig machten. Unter die Besucher mischten sich da und dort Menschen mit Hut und Stimmgabel, Bläserformationen nahmen Aufstellung und Dirigent Klaus Kuchling rief: “Gleich geht’s los mit dem ultimativen Klang!”

Die Menschen mit Hut entpuppten sich als Sänger, die Textzeilen aus Kärntnerliedern sangen, begleitet und verfremdet durch die Schwingungen von Blechplatten, die wie singende Sägen eine Art mystische Unterwasser-Stimmung erzeugten. Grell wie die Scheinwerfer des Schiffes, das anlegte, war dazu der klangliche Kontrast von lautem Elektronik-Sound aus Lautsprechern. Als die Blechbläser auf der Uferwiese einstimmten, war die scheinbare Kakophonie zu einer stimmigen Klangwolke angeschwollen, zu der die Feuerwehrleute mit ihren angeknipsten Stirnlampen Habt-acht standen.

Als Intendant Holger Bleck die Trommel schlagend voran ging und die Menschen mit Hut Schilder mit Aufforderungen wie “Kummt’s mit” oder “Follow me” in die Höhe hielten, setzte sich der Besucherstrom in Bewegung Richtung Innenhof des Stiftes. Dort warteten schon Dirigent und Bläserformationen, die mit den Chören zum Finale das Kärntnerlied “Uman See sing i ume” auf Deutsch und Slowenisch erklingen ließen – begleitet von Lichtprojektionen auf die Innenwände des Stiftshofes.

Exakt 27,08 Minuten dauerte die stimmungsvolle und stimmige Inszenierung, wie eine Digitalanzeige im Hof mitzählte. Und auf die Sekunde genau durchgetaktet war auch die Komposition Manuela Kerers, die mit ihrer “Wassermusik” eine harmonische Brücke zwischen Volksmusik und Elektro-Klang, zwischen Deutsch und Slowenisch schlug.

 

Von: apa

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1 Kommentar auf "Wassermusik mit Wetterwarnung eröffnete Carinthischen Sommer"


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Mezcalito
Mezcalito
Neuling
1 Monat 3 Tage

bravo manuela!

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