Bischof Muser zu Fronleichnam

„Wer vor Christus kniet, muss vor nichts anderem in die Knie gehen“

Sonntag, 19. Juni 2022 | 14:15 Uhr

Bozen – Bischof Ivo Muser hat heute mit einem Festgottesdienst im Bozner Dom und der anschließenden Prozession durch die Straßen und Gassen der Altstadt das Fronleichnamsfest gefeiert. In seiner Predigt verwies der Bischof auf den tieferen Sinn von Fronleichnam: die gemeinsame Anbetung und das gemeinsame Schauen auf Christus. „Wer vor Christus kniet, muss vor niemand und nichts anderem in die Knie gehen!“, sagte der Bischof.

Mit dem Fronleichnamsfest feiert die Kirche die Einsetzung der Eucharistie. Der Festgottesdienst, also die Feier der Eucharistie, und die anschließende Prozession, bei der es um die bleibende Gegenwart Christi in dem Sakrament geht, sind in den Pfarreien Südtirols die beiden kirchlichen Höhepunkte an Fronleichnam. Bei der Prozession wird der Leib Christi in Form der gewandelten Hostie durch Straßen und Felder getragen. Die Hostie befindet sich in einer Monstranz, die meistens unter einem “Himmel” getragen wird. Bischof Ivo Muser beging das Fronleichnamsfest heute in Bozen.

Einfluss von Frauen auf die Entwicklung des geistlichen Lebens

In seiner Predigt im Bozner Dom erinnerte der Bischof an die Ursprünge des Fronleichnamsfestes: „Fronleichnam gehört zu den jüngeren Festen des Kirchenjahres. Erst 1264 wurde es von Papst Urban IV. offiziell für die ganze Kirche eingeführt. Doch die Idee zu diesem Fest kam nicht vom Papst, sondern von einer Frau aus dem heutigen Belgien, von Juliana von Lüttich. Mich beeindruckt, wie stark und tief der Einfluss ist, den Frauen auf das geistliche Leben der Kirche haben. Auch die weltweite Herz-Jesu-Verehrung und das Herz Jesu Fest, das wir bald feiern werden, gehen ganz entscheidend auf eine Frau zurück, die hl. Margarethe Maria Alacoque aus Frankreich, die von 1647 bis 1690 gelebt hat“, sagte der Bischof.

Vorbild Josef Mayr-Nusser

Bischof Muser erklärte, dass die gemeinsame Anbetung und das gemeinsame Schauen auf Christus, der sich den Gläubigen schenke und in der Eucharistie bei ihnen bleibe, der wahre Kern von Fronleichnam sei. „Wer vor Christus kniet, muss vor nichts anderem in die Knie gehen!“, sagte der Bischof. In diesem Zusammenhang verwies Muser auf den Seligen Josef Mayr-Nusser, dessen Gebeine im Bozner Dom zur letzten Ruhe gebettet sind: „Ihm war es wichtig, jeden Morgen vor Arbeitsbeginn hier in seiner Pfarrkirche, dem heutigen Bozner Dom, die heilige Messe mitzufeiern. Einprägsam bleibt sein klares Bekenntnis in einer dunklen Zeit. Bei einer Schulungstagung für Jugendführer im Jahr 1936 sagt er: ‚Was wir heute an Führerkult miterleben, ist oft geradezu Götzendienst…Heute gilt es, den Massen wieder jenen Führer aufzuzeigen, der allein das Recht auf ganze, uneingeschränkte Herrschaft und Führung hat – Christus, unser Führer.‘“

„Vor wem gehe ich in die Knie?“

Übertragen auf die heutige Zeit sagte der Bischof: „Auch unsere Zeit hat ihre Götter. Es gibt viele Götter, die sich profan tarnen und denen Menschen durchaus mit religiöser Bedingungslosigkeit bereit sind, zu dienen. Alles in unserem Leben kann zu einem Götzen werden. Fronleichnam, der Festtag der Eucharistie, stellt uns in eine Entscheidung: Vor wem gehe ich in die Knie? Wen bete ich an? Wer bestimmt mein Leben? Worauf baue ich das Haus meines Lebens? Wem gehört mein Herz?”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

10 Kommentare auf "„Wer vor Christus kniet, muss vor nichts anderem in die Knie gehen“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
inni
inni
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

„Wer vor Christus kniet, muss vor nichts anderem in die Knie gehen“

… wos ischn des für a bleder Spruch ? !

brunner
brunner
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

Im Gegenteil…..super Aussage Herr Bischof….Kirchennörggler und Möchtegernallesbesserversteher stoßen beim Glauben ohnehin an ihre Grenzen….die Kirche tut gut daran nicht zu allem Ja und Amen zu sagen sondern sich auch viel mehr in das Leben der Menschen und in die Politik einzubringen!

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
7 Tage 10 h

Zum Glück sind Glauben und Kirche zwei verschiedene Paar Schuhe.

Antagonist
Antagonist
Grünschnabel
7 Tage 3 h

Nein die Kirche vertuscht Ihre eigenen Probleme und wird weder belangt noch Angeprangert… 
Zu allem anderem bekunden sie Ihre Auffassung, die keinen Interessiert da sie nur Ihrem Nutzen dient.. 

N. G.
N. G.
Kinig
8 Tage 2 h

Titel, wer vir Christus kniet brauch…
Dafür sterben?
Gibt es nicht zur Zeit zz viel Krieg auf der Welt wegen Religionen?

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

Als Kind mussten wir im Religionsunterricht auch knien, oft sehr lange. Wer den Unterricht oder die Schülermesse gestört hat, musste auch knien. Wenn Kinder oder Erwachsene vor irgendjemanden knien müssen, ist das erniedrigend für sie. Gott will das sicherlich nicht, aber die Institution Kirche will ihre Schäfchen schön kleinhalten.

Gustl64
Gustl64
Superredner
7 Tage 22 h

Christus gestern, heute und morgen.

wellen
wellen
Universalgelehrter
7 Tage 4 h

Welche Bedeutung Frauen hatten…wer vor Christus kniet… ein Hohn. Herr Bischof, wissen Sie was Sie da von sich geben?

Antagonist
Antagonist
Grünschnabel
7 Tage 3 h
Was ist dass denn für eine perfide Aussage?? Die (Christliche) Kirche will nicht dass man vor “Diktatoren” (Führerkult) oder anderen Institutionen Kniet, dies wäre “Götzendienst”…  OOk.. aber vor der Kirche, sprich Jesus sollte man Knien..  Stimmt mich echt nachdenklich. Hat die Kirche nach über 2000 Jahren verstanden dass sie auch nur eine Institution sind welche Menschen zu unterdrücken versucht?? Ich war immer schon der Meinung dass die Kirche wie sie (bis Heute) gelebt, gepriesen, verehrt und vergöttert wird immer (nach über 2000 Jahren) noch nicht verstanden hat was Jesus eigentlich gesagt hat/ bzw. sagen wollte… Meine Interpretation dazu: Menschen sollen… Weiterlesen »
Gustl64
Gustl64
Superredner
6 Tage 8 h

Solange es dem.Menschen gut geht, denkt er nicht daran, vor Gott sich hinzuknien, ihm Ehre zu erweisen. Sobald es dem Menschen
schlecht geht – Krebs- Unfall – Todesfall, kniet er sich hin, ja kriecht und winselt sogar. Ja, so sind wir Menschen!

wpDiscuz