Kunsthändlerin Apovnik entdeckte das verborgene Bild

Wiederentdecktes Altmeisterbild um 399.000 Dollar verkauft

Donnerstag, 31. Januar 2019 | 12:08 Uhr

Das unter einer späteren Übermalung entdeckte Gemälde “Christ as Triumphant Redeemer” von Jan Sanders van Hemessen ist am Mittwochabend (Ortszeit) bei Sotheby’s in New York zu seinem unteren Schätzpreis verkauft worden. Der Zuschlag an einen Saalbieter erfolgte bei 320.000 Dollar, inklusive Aufgeld 399.000 Dollar (349.000 Euro). Das Gemälde war auf 400.000 bis 600.000 Dollar geschätzt worden.

“Es ist eine große Freude”, unterstrich die österreichische Kunsthändlerin Dorothea Apovnik, die das Werk mit zwei Partnern eingebracht hatte, nach der Auktion in einem Statement gegenüber der APA. “Durch die Wiederentdeckung dieses Werkes konnte ein über Jahrhunderte verkanntes wichtiges Werk des flämischen Renaissancemalers wieder an das Licht der Öffentlichkeit gebracht werden.”

Apovnik hatte das ursprünglich stark verschmutzte und als “Italienische Schule, 17. Jahrhundert” ausgewiesene Bild bei einer Auktion in Deutschland um einen Bruchteil der jetzigen Summe ersteigert und restaurieren lassen. Dabei kam ein hervorragend erhaltenes, farbenprächtiges Erlöser-Bild komplett anderen Charakters zum Vorschein.

Bei der Auktion in New York wechselte außerdem eine Zeichnung des niederländischen Barockmalers Peter Paul Rubens für gut acht Millionen Dollar den Besitzer. Das Endgebot eines anonymen Bieters für “Aktstudie eines jungen Mannes mit erhobenen Armen” belief sich auf 8,2 Millionen Dollar (7,17 Mio. Euro), wie Sotheby’s mitteilte. Das Auktionshaus hatte lediglich mit einem Preis zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Dollar gerechnet.

Die Zeichnung wurde von Sotheby’s als Schlüsselwerk in Rubens’ Schaffen angepriesen. Der Maler fertigte sie in Vorbereitung seines berühmten Triptychons “Die Aufrichtung des Kreuzes” von 1610 an. In den vergangenen 50 Jahren kamen nur eine Handvoll Rubens-Zeichnungen von einem derart hohen Stellenwert auf den Markt.

Zur Versteigerung angeboten wurde die Zeichnung von Prinzessin Christina, einer Tante des niederländischen Königs Willem-Alexander. In den vergangenen Wochen hatten niederländische Museen kritisiert, dass die Adelige die Rubens-Zeichnung nicht zuerst ihnen zum Verkauf angeboten hatte, um sie als Teil des kulturellen Erbes der Niederlande zu erhalten.

Mitglieder der an der Regierungskoalition beteiligten Partei D66 übten ebenfalls Kritik an der Versteigerung. Kulturministerin Ingrid van Engelshoven erklärte jedoch, die Entscheidung über den Verkauf eines Kunstwerks liege allein bei dessen Eigentümer. Auch Regierungschef Mark Rutte sprach von einer “Privatangelegenheit”. Sotheby’s-Vertreter Greg Rubenstein hob hervor, dass es sich nicht um ein Werk aus der königlichen Sammlung handle, sondern um den Privatbesitz einer Einzelperson.

Von: apa

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