Albertina zeigt selten Gesehenes

Wien Museum eröffnet neue Ausstellungsreihe in der Albertina

Mittwoch, 05. September 2018 | 12:50 Uhr

Die Albertina startet eine neue Ausstellungsreihe: Unter dem Titel “Zu Gast in der Albertina” werden künftig weitgehend unbekannte Werke österreichischer Sammlungen im Rahmen der eigenen Schausammlung gezeigt. Den Auftakt bestreitet das Wien Museum mit drei Werken Rudolf Hausners, die bei einem Pressetermin am Mittwoch präsentiert wurden.

“Ich möchte den Scheinwerfer auf Werke richten, die entweder zu wenig bekannt sind oder aus irgendeinem Grund lange nicht zu sehen waren”, sagte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder. Gezeigt werden sollen jeweils ein bis drei Werke aus einer österreichischen Kollektion – von Landesmuseen bis zu Stiftssammlungen, erläuterte er. Geplant sind jährlich ein bis zwei Präsentationen über einen Zeitraum von jeweils drei bis vier Monaten. Die Idee entstand aus der Not: “Wir haben in diesem Monat viele Leihgaben draußen. Ich habe mir gedacht, wir überbrücken die Zeit mit dieser Idee. Daraus ist die Reihe entstanden”, erklärte Schröder.

Zu Hausner habe er eine besondere Beziehung, erzählte er: “Diese Bilder waren der Grund, warum ich Künstler werden wollte.” Es seien Werke, die “unendlich viel erzählen, viele Schlüsse zulassen”. Rudolf Hausner (1914-1995) war einer der Gründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Gezeigt werden die Werke “Forum der einwärts gewendeten Optik” (1948), “Die Arche des Odysseus” (1948-1950) und “Ich bin Es” (1948). “Diese drei wichtigen frühen Gemälde Rudolf Hausners veranschaulichen sowohl die Traumata des Zweiten Weltkriegs als auch auf ebenso einzigartige und eindringliche Weise die bildgewordene Suche nach der eigenen Identität”, sagte Schröder.

“Für mich persönlich ist das ein wunderbarer Moment”, freute sich Matti Bunzl, Direktor des Wien Museums. “Hausner in diesem Kontext zu sehen, ist wirklich spannend.” Das Wien Museum habe für ein Stadtmuseum “eine wirklich herausragende Sammlung”. Präsentiert werden könne jedoch nur ein Bruchteil. Das soll sich mit dem Ausbau des Wien Museums ändern. “Es läuft alles großartig”, meinte Bunzl. Im April gab es die Finanzierungszusage der Stadt, im Juni sei die Flächenwidmung beschlossen worden. Kommende Woche wird das Museum Details unter anderem zum Ausweichprogramm während des Umbaus präsentieren.

Von: apa