Moderne Inszenierung der "Zauberflöte"

“Zauberflöte” in Salzburg begeisterte nicht alle Zuschauer

Freitag, 27. Juli 2018 | 22:45 Uhr

Großer Jubel und einige Buhs für “Die Zauberflöte”: Mit Mozarts Märchenoper ist am Freitagabend die große Eröffnungspremiere der Salzburger Festspiele 2018 über die Bühne gegangen. Und die Fassung des Stoffes durch Regisseurin Lydia Steier nahm das Festivalpublikum durchwachsen auf. 12,01 Minuten dauerte der gestoppte Premierenapplaus im Großen Festspielhaus – wobei es für Steier auch Buhs gab.

Die junge US-Amerikanerin, die schon seit langem in Berlin lebt, stellt die disparate Narration der Schikaneder/Mozart-Oper in eine Rahmenhandlung. Hierbei wird das Geschehen auf der Bühne den drei Knaben – in der Rahmenhandlung die drei Söhne einer großbürgerlichen Familie – von deren Großvater (Klaus Maria Brandauer) erzählt.

Die gesamte “Zauberflöten”-Personage entspringt also letztlich der Fantasie der Kinder, und ist von Bühnenbildnerin Katharina Schlipf und Kostümbildnerin Ursula Kudrna als zirzensische Bildorgie angelegt. Die Bedeutungsebenen, die über den Märchenstrang hinausreichen, gehen in diesem Konzept hingegen eher unter.

Abseits der enormen Schauwerte dieser Produktion, die mit Artisten, Clowns, Schlangendamen und Stelzengehern so ziemlich alles aufbietet, was der klassische Jahrmarkt im Angebot hat, überzeugt auch ein Gutteil des Ensembles. Wiederkehrerin Albina Shagimuratova ist eine intonationssichere Königin der Nacht, Matthias Goerne ein etwas brummeliger Sarastro und Christiane Karg die stimmlich berückende Pamina. Mauro Peter zeigte sich am Abend als Tamino hingegen etwas zu nervös und höhenunsicher. Nicht zuletzt aber lieferten die drei Sängerknaben der Kinderpartien eine weit über das übliche Niveau reichende Leistung.

(S E R V I C E – Wolfgang Amadeus Mozarts “Die Zauberflöte” im Rahmen der Salzburger Festspiele im Großen Festspielhaus, Hofstallgasse 1, 5020 Salzburg. Regie: Lydia Steier, Musikalische Leitung der Wiener Philharmoniker: Constantinos Carydis, Bühne: Katharina Schlipf, Kostüme: Ursula Kudrna, Licht: Olaf Freese. Mit Matthias Goerne – Sarastro, Mauro Peter – Tamino, Albina Shagimuratova – Königin der Nacht, Christiane Karg – Pamina, Ilse Eerens – Erste Dame, Paula Murrihy – Zweite Dame, Genevieve King – Dritte Dame, Adam Plachetka – Papageno, Maria Nazarova – Papagena, Michael Porter – Monostatos, Tareq Nazmi – Sprecher/Priester/Geharnischter Mann, Simon Bode – Priester/Geharnischter Mann, Klaus Maria Brandauer – Großvater, Drei Knaben: Jeong-min Lee, Matthew Helms, Philipp Rumberg respektive David Jussel, Bastian Gumpoldsberger und Mirko Krejic, u.a.. Weitere Aufführungen am 31. Juli sowie am 4., 7., 15., 24. und 30. August. Übertragung der Aufführung am 4. August live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr in ORF 2 und Arte sowie am 5. August ab 22 Uhr im ZDF. www.salzburgerfestspiele.at/oper/zauberfloete-2018)

Von: apa