Angelina Jolie setzt sich für Menschenrechte ein

Angelina Jolie: “Afghanistan ist kein Einzelfall”

Sonntag, 05. September 2021 | 09:05 Uhr

Hollywood-Star Angelina Jolie, Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks, sieht die Entwicklungen in Afghanistan als Beispiel für systematisches politisches Versagen. “Afghanistan ist kein Ausrutscher oder Einzelfall, es steht für ein Muster. Es steht für eine jahrzehntelange Vernachlässigung von Menschenrechten”, sagte Jolie der “Welt am Sonntag”.

“In dem Land offenbart sich sowohl der Mangel an durchdachten menschenrechtsbasierten Interventionen wie auch der Zusammenbruch des internationalen Systems.” Die ganze Welt sei heute in einem schlimmeren Zustand als vor 20 Jahren, sagte Jolie: “Wir haben mehr ungelöste Konflikte und Millionen mehr Flüchtlinge.”

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten hatte ein US-geführter Militäreinsatz in Afghanistan das Regime der militant-islamistischen Taliban gestürzt. Parallel zum Abzug der US-Truppen haben die Taliban jüngst wieder die Macht übernommen.

Jolie sagte, sie glaube zwar nicht, dass eine Regierung in Afghanistan “jetzt einfach die Uhr zurückdrehen und sagen kann, dass von nun an alles wieder so sein wird wie vor 20 Jahren”. Aber da könne sie sich auch irren. Ihre Sorge sei jedenfalls groß: “Ich denke an all die Frauen und Mädchen, die jetzt nicht wissen, ob sie wieder zur Arbeit oder zur Schule gehen können. Und ich denke an die jungen Afghanen, die sich Sorgen machen, dass sie ihre Freiheiten verlieren werden.”

Kritisch äußerte sich Jolie mit Blick auf die Verhandlungen der USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump mit den Taliban in Doha, die im Februar 2020 in einem Abkommen über einen Abzug der internationalen Streitkräfte mündeten. “Amerika hätte sich niemals an Verhandlungen beteiligen dürfen, bei denen die afghanische Zivilgesellschaft und die afghanischen Frauen fast vollständig ausgeschlossen wurden”, sagte sie. “Das ist etwas, das wir niemals tun sollten – die Zukunft eines Landes über die Köpfe seiner Bevölkerung hinweg zu diskutieren.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Angelina Jolie: “Afghanistan ist kein Einzelfall”"


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hannes
hannes
Grünschnabel
18 Tage 2 h

Warum mit Kopftuch?!?

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
18 Tage 51 Min

hannes, anscheinend respektiert sie andere Kulturen,es sollte ein Zeichen sein, dass man sich in einem Gastland anpasst. Bei uns leider nicht der Fall da passen wir uns an.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
18 Tage 43 Min

…sie sympathisiert…

sepp2
sepp2
Superredner
18 Tage 37 Min

Sie setzt sich für Menschenrechte ein und trägt dann ein kopftuch 🤣

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 17 h

Jetzt tu mal nicht so als möchte keine einzige Frau auf der ganzen Welt ein Kopftuch tragen, die gab’s sogar hier. Eine jede sollte die Freiheit haben eines zu tragen, falls sie es will.
Erzwungen oder verboten ist es Unterdrückung.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

sepp, unsere Bäuerinnen tragen auch eins, die jungen nicht mehr. Ein Kopftuch so wie sie es trägt ist hübsch.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

Mein Mitarbeiter, der Jonathan, hat gestern den Taliban einen Brief geschrieben. Darin bittet er die Taliban, sich wieder zurückzuziehen.

Ninni
Ninni
Kinig
18 Tage 55 Sek

@ Peter…

…den werden sie hörig sein…

Storch24
Storch24
Kinig
18 Tage 54 Min

Menschenrechte ? Das sagt genau die richtige. Was führt die mit ihren Kindern auf, die ihren Vater nicht mehr sehen dürfen? Haben die nicht auch Rechte ?

meilenstein
meilenstein
Tratscher
18 Tage 45 Min

Wie sieht es mit den Menschenrechte in Europa aus!?.. immer mehr Einschränckungen.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Arme Menschenrechte! Die werden nur angerufen, wenn sie ins Konzept passen.

heris
heris
Tratscher
17 Tage 23 h

Da sollte Madam nach Afghanistan gehen und dort ihre Wünsche  loswerden. Es währe von  Interesse was dabei herauskommt .

Entequatch
Entequatch
Tratscher
18 Tage 1 h

Die UN, alles nur schwäz. Wieviele mitglieder verachten menschenrechte un können trotzdem bei internationalen fragen abstimmen?

quilombo
quilombo
Superredner
17 Tage 19 h

das ganze Narrativ über Afghanistan ist ständig derselbe Brei. Alle tun so als ob während der Besatzung Afghanistans dort die Menschenrechte gewahrt waren, und diese gefährdet seien. Dabei hat die afghanische Bevölkerung wohl noch nie schlimmere Zeiten erlebt als die während der Besetzung ihres Landes durch die Usa und ihrer Verbündeten.

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