Dem US-Entertainer wird sexueller Missbrauch vorgeworfen

Anwälte wollen Prozess gegen Bill Cosby weiter abwenden

Donnerstag, 06. Oktober 2016 | 19:52 Uhr

Die Anwälte von Bill Cosby wollen den Prozess gegen den US-Entertainer weiterhin abwenden. Am Donnerstag beantragten sie beim Gericht in Norristown im US-Staat Pennsylvania, die Sache fallen zu lassen. Die zeitliche Lücke von elf Jahren zwischen mutmaßlicher Tat und Anklage gegen den 79-Jährigen verstoße gegen dessen verfassungsmäßig verankerten Rechte, nämlich sein Recht auf ein faires Verfahren.

Es ist bereits der zweite Versuch von Cosbys Anwälten, dem vor allem durch die “Bill Cosby Show” bekannt gewordenen TV-Comedian einen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs und eine mögliche Verurteilung zu ersparen. Dutzende Frauen haben gegen Cosby Zivilverfahren angestrengt, der Fall in Pennsylvania ist bisher das einzige Strafverfahren. Im Februar hatte ein Richter entschieden, dass der Prozess stattfinden kann. Geplant war zuletzt ein vorläufiger Prozessauftakt im Juni 2017.

Cosby könne sich etwa nicht mit Hilfe von Zeugen verteidigen, die Vorfälle von vor über zehn Jahren vielleicht vergessen hätten oder inzwischen gestorben seien, argumentieren die Anwälte ihren neuen Antrag. Zudem sei ein fairer Prozess wegen des großen Medieninteresses und der Vielzahl der Vorwürfe ausgeschlossen. Insgesamt werfen mehr als 50 Frauen Cosby sexuellen Missbrauch vor, die mutmaßlichen Fälle liegen teils Jahrzehnte zurück.

Von: APA/dpa