Garfunkels Autobiographie erscheint am Mittwoch, den 26. September

Art Garfunkel: Musik kann auch miese Politik überwinden

Montag, 24. September 2018 | 12:07 Uhr

Der US-Popsänger Art Garfunkel glaubt an die Kraft der Musik. In seinem Land erlebe er gerade eine sehr harte Zeit. “Es gibt eine ungeheure Toleranz für eine mittelmäßige, gegenaufklärerische Politik”, sagte der 76-jährige ehemalige Bandpartner von Paul Simon (Simon & Garfunkel) der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

“Ich glaube, wir sind ein zynisches Land geworden.” Musik habe indes “eine wunderbare Kraft, all diese Dinge zu durchbrechen. Sie ist transzendental”, so Garfunkel. Er selbst sei heute auf der Bühne entspannter als früher. “Ich bin mündig geworden. Es bedarf der meisten Deiner Lebenszeit, um Dir nicht selbst im Weg zu stehen. Wenn Du es bis zur Entspannung hinter der Entspannung schaffst, erreichst Du schließlich einen Ort, an dem Du auf der Bühne voller Liebe bist.”

Wichtig sei aber auch die künstlerische Glaubwürdigkeit, die er sich erarbeitet habe. Nachdem er seine Stimme 2010 verloren und 2013 die Fähigkeit zu singen zurückgewonnen hatte, habe er eine neue Show nach dem Prinzip “Weniger ist mehr” gestaltet. “Ich liebe meine Show, ich gehe völlig darin auf.”

Daneben lese er viel. “Ich mache das zu meiner Priorität. Ich schaue kein Fernsehen und ich bin ein entspannter Vater. Ich schaue meinen Kindern beim Großwerden zu, aber am Abend lese ich.”

Sein Verhältnis zu Paul Simon, der gerade ein Abschiedskonzert in New York gegeben hat, möchte Garfunkel nicht kommentieren. “Es ist mir unangenehm, darüber zu reden. Ich habe mich durch eine berühmte Freundschaft in eine Klemme gebracht.” Garfunkels Buch über sein Leben “Auf dem Weg – Anmerkungen und Erinnerungen” soll am Mittwoch, den 26. September im Fischer Verlag erscheinen.

Von: APA/dpa