Woodson wurde u.a. mit "Brown girl dreaming" bekannt

Astrid-Lindgren-Preis geht an Amerikanerin Jaqueline Woodson

Dienstag, 27. März 2018 | 15:44 Uhr

Teenagerschwangerschaften, Transsexualität, Kindesmisshandlung – Jugendbuchautorin Jacqueline Woodson packt schwierige Themen an. Dafür ist die US-amerikanische Schriftstellerin am Dienstag mit dem Astrid-Lindgren-Preis für Kinder- und Jugendliteratur geehrt worden. Dieser ist mit fünf Millionen Kronen (490.831 Euro) dotiert und damit die höchste Auszeichnung ihrer Art.

“In einer Sprache so leicht wie Luft erzählt sie Geschichten von überwältigendem Reichtum und Tiefe”, erklärte die Jury in Stockholm ihre Wahl. Woodson fange auf einzigartig poetische Weise die tägliche Welt zwischen Kummer und Hoffnung ein.

Bekannt ist die 55-Jährige vor allem für ihren autobiografischen Roman “Brown girl dreaming”, der 2014 in den USA den National Book Award gewann. Sie erzählt darin von ihrer Kindheit und beschreibt zugleich ein Kapitel der afroamerikanischen Geschichte der 1960er-und 70er-Jahre: Bürgerrechtsmärsche, die Brutalität der Polizei, Gewalt. “Brown girl dreaming” sei ein lyrisches Sammelalbum persönlicher Erinnerungen und Familiengeschichten, erklärte die Jury.

Woodson hat mehr als 30 Bücher geschrieben, neben Romanen auch Gedichte und Bilderbücher. Meist richtet sie sich dabei an junge Teenager – mit Hauptpersonen irgendwo im komplizierten Abschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenenleben. “Jacqueline Woodson stellt uns unverwüstliche junge Leute vor, die um einen Ort kämpfen, wo ihre Leben Wurzeln schlagen können”, erklärte die Jury. Ihre Markenzeichen seien meisterliche Charakterisierungen und ein tiefes Verständnis der jugendlichen Psyche.

Der “Astrid Lindgren Memorial Award” wurde 2002 von der schwedischen Regierung begründet und erinnert an die Erfinderin von “Pippi Langstrumpf” und “Michel aus Lönneberga”. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maurice Sendak aus den USA war 2003 Christine Nöstlinger die erste Preisträgerin.

Von: APA/dpa