Das Duo geht im Herbst auf Tour

Austrofred und Razelli traf der “Schicksalsblitz”

Montag, 16. Mai 2022 | 06:15 Uhr

“Life is laff”, meinen Austrofred und Kurt Razelli. Aber nur in Bezug auf ihr erstes gemeinsames Album, das so betitelt ist und am Freitag erscheint. Doch langweilig oder fad ist an diesen zwölf Stücken eigentlich nichts. Vielmehr funktioniert die Kombination aus übersteigerter Freddie-Mercury-Pose und 80er-Jahre-Rocksound erstaunlich gut. Es war ein “Schicksalsblitz”, der die Musiker zusammengeführt hat.

“Ich habe Austrofred gefragt”, klärte Razelli im APA-Interview über die Entstehung der Kollaboration auf. Zuvor setzte der Produzent und Mashup-Künstler meist auf vorgefundene Wortschnipsel bekannter Persönlichkeiten, die er mit Hip-Hop-Beats unterlegte und dazu Videos auf YouTube veröffentlichte. “Ich war aber auf der Suche nach einem echten Sänger.” Da flog ihm ein Flyer eines Austrofred-Konzerts in Mödling zu. “Ich dachte mir: Mödling ist gemütlich, da kann man gut hingehen”, grinste er. “Und nach der Performance war ich mir sicher: Er ist der ideale Sänger und Performer für mich.”

Vor zehn Jahren wäre die Zusammenarbeit wohl noch nicht denkbar gewesen, warf Austrofred – hinter dem Künstlernamen steckt Franz Adrian Wenzl, auch bekannt als Sänger der Rockgruppe Kreisky – ein. “Alles muss ja erst reifen. Dass wir so viel Werkzeug zur Verfügung haben, passiert ja nicht automatisch.” Und Razelli musste erst “einen Namen für mich aufbauen, dass ich an so einen Champion herantreten darf. Mit irgendjemandem machst du es ja auch nicht”, neckte er seinen Kollegen. “Stimmt. Ich habe erst die Altersweisheit und Größe finden müssen, dass ich auch jemanden heranlasse”, entgegnete dieser.

Man merkt schon: Der Humor spielt wie auch bei den bisherigen Projekten der zwei Musiker eine nicht unwesentliche Rolle. Dabei sollte man die 12 Stücke von “Life is laff” aber keineswegs als Klamauksongs abkanzeln, steckt doch viel zu viel Arbeit und Detailverliebtheit dahinter. Razelli hat seinem Sänger ein charmant retro klingendes Soundkleid aus Synthies, artifiziellen Gitarrensounds und knackigen Beats geschneidert, das wie angegossen passt. Und darüber singt Austrofred schon mal über die Menschheitsgeschichte (“Vom Faustkeil bis zum Laser”), wird romantisch (“Tupperparty Girl”) oder verpasst seinem Heimatbundesland Oberösterreich eine neue Hymne (“VÖEST”).

Ursprünglich habe er eher Disco- und Funkelemente im Kopf gehabt, meinte Razelli. “Doch das wäre zu plump und schlagermäßig gewesen. Erst dann hat sich dieser Retro-Popsound herauskristallisiert.” So hat er Nummer um Nummer zusammengezimmert und Austrofred vorgelegt. “Daraus hat er dann ausgewählt. Er hat einfach das Gespür, was das große ganze Album braucht”, nickte Razelli, der sich in den Videos und auf der Bühne stets mit Arnold-Schwarzenegger-Maske zeigt.

Der synthetische Klang verleihe dem Album einen “künstlichen Glanz”, so Austrofred. “Es soll ja auch nicht zu gut sein! Immerhin ist es ein bisserl lustig auch. Und Virtuosität und Humor vertragen sich ja recht schlecht in meinen Augen, auch wenn Frank Zappa das Gegenteil behauptet hat. Wenn eine Musik so ausgezirkelt ist, ein Vibraphon im 7/16-Takt oder so ähnlich, dann geht die Spontanität ab”, meinte der Entertainer. “Ein leicht hingeschissenes Flair, das darf schon sein. Es ist letztlich eine Gratwanderung.”

Für Razelli ist das Album jedenfalls das dritte in einer Reihe mit sehr prominenten Mitstreitern – 2018 erschienen seine Songs mit Wortspenden von Ex-Politiker Matthias Strolz (“Lost in Space”), im Vorjahr gab es gemeinsam mit Schauspieler Philipp Hochmair den “Jedermann Razelli RMX”. “Und es geht noch weiter”, machte der Produzent Lust auf kommende Aufgaben. Wohl auch mit Austrofred, denn die gemeinsame Arbeiten sieht das Duo noch nicht als beendet an. “Es hat sich einfach Lied für Lied weiterentwickelt”, sagte das Freddie-Double. “Gerade einige der letzten Stücke sind die besten geworden, das kann schon so weitergehen. Ein zweites Album spüre ich recht deutlich.”

Von: apa

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