Der Unfall ereignete sich auf der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe

Baldwin soll bei Probe direkt auf die Kamera gezielt haben

Montag, 25. Oktober 2021 | 15:53 Uhr

Nach dem tödlichen Schuss von Hollywood-Star Alec Baldwin auf eine Kamerafrau sind neue Details zu dem Unglück bekanntgeworden. Wie der US-Sender NBC am Sonntag unter Berufung auf das Vernehmungsprotokoll von Regisseur Joel Souza berichtete, zielte Baldwin bei Proben für eine Filmszene mit einer Requisitenwaffe direkt auf die Kamera. Als er die Waffe abfeuerte, wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich getroffen.

Die Polizei hatte Details aus zwei Untersuchungsberichten veröffentlicht. Demnach hatte ein Regieassistent Baldwin bei der Übergabe der Pistole versichert, dass es sich um eine “kalte Waffe” ohne Munition handele. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte, heißt es.

Der zweite Bericht zitiert Aussagen des bei dem Vorfall verletzten Regisseurs Joel Souza. Dieser sagte demnach, die Crew sei nach einer Mittagspause an das Set zurückgekehrt. Er selbst sei sich aber nicht sicher, ob dabei die Waffe erneut überprüft worden sei. Der 63-jährige Hollywood-Star Baldwin habe dann in einer Kirchen-Szene auf einer Bank gesessen und mit der Waffe eine Szene geprobt.

Souza (48) selbst habe Kamerafrau Hutchins (42) über die Schulter geschaut, um den Kamerawinkel zu prüfen. Dann habe er etwas gehört, das wie eine Peitsche und dann wie ein lauter Knall klang. Er erinnere sich vage daran, dass sie über Schmerzen im Bauch klagte, sich an den Leib gefasst, dann rückwärts getaumelt und zu Boden gegangen sei. Er selbst habe an der Schulter geblutet und konnte Blut auf Hutchins sehen.

Souza bestätigt zudem, dass am Donnerstagmorgen eine neue Kameracrew engagiert werden musste, weil ein davor eingesetztes Team die Produktion im Bundesstaat New Mexico verlassen hatte. Die “Los Angeles Times” hatte am Freitag berichtet, dass sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert und aus Protest die Produktion verlassen haben sollen. Am Mittwoch will die Polizei bei einer Pressekonferenz über die Ermittlungen informieren, nannte aber noch keine Uhrzeit.

Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe gab, habe bereits bei einer früheren Produktion Sicherheitsstandards verletzt, hatte am Sonntag eine Technikerin für Spezialeffekte und Pyrotechnik dem Sender NBC gesagt. Sie hatte mit dem Assistenten demnach 2019 für die Reihe “Into the Dark” beim Streaminganbieter Hulu gearbeitet. Das Produktionsteam dort erklärte, dass damals keine Beschwerden vorgebracht worden seien.

US-Medien berichteten zudem über Kritik an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin, die für die ordnungsgemäße Handhabung aller Waffen am Set zuständig war. “Rust” war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war.

Die Produktionsfirma Rust Movie Productions wies die Vorwürfe zurück. Es seien keine offiziellen Beschwerden über die Sicherheit von Waffen oder Requisiten am Set bekannt gewesen, zitierte die “New York Times” aus einer Mitteilung. Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western, bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen und sind nach dem Unfall unterbrochen worden.

Als Konsequenz aus dem tödlichen Zwischenfall bei “Rust” verbot der US-Sender ABC am Freitag mit sofortiger Wirkung scharfe Munition am Set für seine Serie “The Rookie”, wie das Filmmagazin “The Hollywood Reporter” berichtet. Bei früheren Dreharbeiten sei gelegentlich bei Szenen im Freien scharfe Munition verwendet worden, hieß es.

Von: APA/dpa/AFP

Kommentare

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7 Kommentare auf "Baldwin soll bei Probe direkt auf die Kamera gezielt haben"


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Brummbaer
Brummbaer
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

wie kann man nur scharfe Munition bei Requisitenwaffen zulassen?

Selwoll
Selwoll
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

total krankes System sowas. furchtbare Sache. .. nur so nebenbei … bei uns haben die Schützen schon lange keine schießtüchtigen gewehre, nur die Filmemacher die brauchn sowas.. nebm die Schuach

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

…die Amis haben ein gestörtes Verhältnis zu Schusswaffen…

luisa
luisa
Tratscher
1 Monat 4 Tage

schuld isch der wos für die woffn zuiständig isch. also do woffenmeister. do schauspieler geht sicho net her und üboprüft a woffe. sorry fi mi hot do baldwin keine schuld. und richtung kamera werta la gemisst hobm schiossn wennse die aufnohmen aus den winkl hobm welln odo. er hot do kuan bissl a schulde. er isch its schun gstroft genui und muss mit den unfoll lebm….

Galantis
Galantis
Tratscher
1 Monat 4 Tage

..auf Personen ziehlt man nicht auch wenn die Pistole nicht geladen ist. Das wird einem schon von Anfang an beigebracht wenn man mit Schusswaffen hantiert!

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

👍 stimmt!

Allerdings sollte es sich in diesem Fall um eine für Dreharbeiten umgebaute/deaktivierte Schusswaffe handeln. Und scharfe Munition sollte da schon gar nicht drin sein

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@6079_Smith_W …und Baldwin har brav seine Rolle gespielt und Richtung Kamera gezielt, da man ihm ja gesagt hatte, es ist eine “cold gun”…
😢

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