Daniel Barenboim im Saal der sanierten Staatsoper in Berlin

Barenboim dirigiert wieder: Rückkehr mit “Ode an die Freude”

Freitag, 09. Dezember 2022 | 16:49 Uhr

Diesem “Freude schöner Götterfunken” dürften Klassikfans besonders entgegenfiebern: Mit der neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven kehrt der lange Zeit erkrankte Daniel Barenboim ans Dirigentenpult zurück. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden Berlin wird am 31. Dezember und 1. Jänner die Konzerte zum Jahreswechsel dirigieren. Das kündigte die Staatsoper am Freitag an.

Der 80 Jahre alte Barenboim hatte Anfang Oktober per Social Media seinen vorläufigen Rückzug bekannt gemacht. “Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten verschlechtert und es wurde eine schwere neurologische Erkrankung bei mir diagnostiziert”, hatte er gepostet. Er müsse sich jetzt so weit wie möglich auf sein körperliches Wohlbefinden konzentrieren. In jüngster Zeit war Barenboim mehrmals ausgefallen. Im Februar musste er sich einem chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule unterziehen.

Die Staatsoper musste ein zum Geburtstag geplantes Konzert in der Berliner Philharmonie absagen, bei dem Barenboim am Klavier sitzen sollte. Für die musikalische Leitung war der 86-jährige Zubin Mehta vorgesehen. Zuvor musste Barenboim bereits das Dirigat für die zu seinem Geburtstag realisierte Neuinszenierung von Richard Wagners “Der Ring des Nibelungen” an der Staatsoper abgeben. Für ihn sprangen Christian Thielemann und Thomas Guggeis am Pult ein.

Das Orchester der Staatsoper musste auch bei den Auslandskonzerten in Dänemark, Südkorea und Japan auf Barenboim verzichten. Für ihn sprang in Seoul, Kumamoto, Osaka und Tokio mit Christian Thielemann erneut der Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden ein. Nach der Asientour zog er eine positive Bilanz der Zusammenarbeit. “Wir haben einen schönen Kontakt, sehr natürlich. Die Chemie stimmt”, sagte der 63-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Thielemann gilt als potenzieller Nachfolger Barenboims. Die Konzerte in Aarhus und Aalborg dirigierte Sir Andrew Davis, musikalischer Chef der Oper in Chicago.

Zu einer möglichen weiteren Zusammenarbeit wollte sich Thielemann nicht äußern. “Wir haben alle mal in der Schule gelernt: pacta sunt servanda. Ich habe einen Vertrag in Dresden bis 2024, den ich sehr gerne erfülle, weil ich mich mit dem Orchester wunderbar verstehe und wir eine herrliche Zeit miteinander haben.”

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz