Herzlicher Empfang von Bundespräsident Van der Bellen und seiner Frau

Belgiens Königspaar von Van der Bellen in Wien begrüßt

Montag, 01. Oktober 2018 | 15:27 Uhr

Riesige Fahnen Belgiens und Österreichs wehen, die Gardekompanie des Bundesheeres hat im Inneren Burghof in Wien Aufstellung genommen. Hunderte Schaulustige warten geduldig auf das belgische Königspaar, das an diesem kühlen, sonnigen Montag jede Minute in der Hofburg eintreffen kann. Selfie-Sticks werden gehoben, Kinder klettern auf Laternenmasten.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer nutzen die Wartezeit dazu, um einige der Umstehenden zu begrüßen. Ein kleiner weißer Hund, der am Arm seines Frauerls sitzt, hat es dem Bundespräsidenten diesmal besonders angetan.

König Philippe und seine Gemahlin Mathilde lassen etwas auf sich warten – ihr Flugzeug ist verspätet gelandet. Doch letztlich trifft ihr Auto, das als Kennzeichen bloß die belgischen Nationalfarben trägt, in Begleitung zahlreicher Polizeimotorräder im Burghof ein. Begrüßung durch das Präsidentenpaar, Hymnen beider Länder, Abschreiten der Ehrenkompanie. Mit ihren hohen Stöckelschuhen, dem dunkelgrünen Kleid und einem ungewöhnlichen Kopfschmuck ragt Königin Mathilde aus der Gesellschaft heraus.

Nach dem formellen Teil folgt ein Gespräch der beiden Paare im Büro des Bundespräsidenten, Kaffee und Patisserien werden gereicht. Auf dem Tisch liegt bereits der Katalog der Ausstellung, um die sich bei diesem Besuch alles dreht: König Philippe eröffnet am Abend nämlich gemeinsam mit Van der Bellen die große Werkschau des flämischen Meisters Pieter Bruegels des Älteren (1525/30-1569) im Kunsthistorischen Museum.

Die Ausstellung, die nach Angaben des KHM die größte jemals dagewesene über das Werk des berühmten Malers und Grafikers sein soll, findet aus Anlass von Bruegels 450. Todestag im kommenden Jahr statt. Für die Schau, die aufgrund ihrer Fülle an Schaustücken unter dem Motto “Once in a lifetime” steht, hat man mit 26 Partnern zusammengearbeitet, darunter mit den Königlichen Museen der Schöne Künste in Brüssel, die die zweitgrößte Bruegel-Sammlung beherbergen. Der Besuch des Königspaares unterstreicht die Bedeutung dieses großen flämischen Künstlers für Belgien.

Für Philippe und Mathilde ist es ihr erster offizieller Besuch in Österreich seit ihrer Thronbesteigung 2013. Damals hatte Philippes Vater Albert II. abgedankt und das Amt des “Königs der Belgier” an seinen Sohn übergeben. Der frühere Monarch hatte Österreich in seiner Amtszeit (1993-2013) zweimal besucht: Einmal zu einem Staatsbesuch 1997, einmal zu einer Kurzvisite 2006 anlässlich seiner Rede vor der in Wien ansässigen Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Freilich sind Philippe und Van der Bellen füreinander keine Unbekannten. Die beiden hatten einander sogar erst vor drei Wochen in der Schweiz getroffen: Anlass war das jährliche Treffen der Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder in Sils Maria in Graubünden. Belgien hat neben der flämischen und der wallonischen auch eine kleine deutschsprachige Gemeinschaft.

Von: apa