Als James Bond kannten und liebten wir ihn

Bye bye Roger Moore [89]

Dienstag, 23. Mai 2017 | 15:34 Uhr

Der britische Schauspieler Roger Moore ist tot.

Er ist nach Angaben der Familie auf Moores offiziellem Twitter-Account heute, Dienstag, in der Schweiz “nach einem kurzen, aber mutigen Kampf gegen Krebs” 89-jährig gestorben.

Roger Moores Kinder Deborah, Geoffrey und Christian hatten die Nachricht vom Tod ihres “geliebten Vaters” “schweren Herzens” auf dessen offiziellem Twitterprofil verbreitet. “Wir sind alle am Boden zerstört”, heißt es in der Mitteilung. “Die Liebe, mit der er in seinen letzten Tagen umgeben war, war so groß, das sie kaum in Worte gefasst werden kann.”

Die Zuneigung wiederum, die ihm von Fans entgegen gebracht wurde, wenn er auf einer Bühne oder vor einer Kamera stand, habe ihm stets Mut gegeben und ihn auch in seinem 90. Lebensjahr dazu motiviert, weiter zu arbeiten. Seinen letzten Auftritt hatte er demnach im November auf der Bühne der Londoner Royal Festival Hall.

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Die Unterstützung von Moores Kindern gelte nun seiner Witwe Kristina Tholstrup, heißt es am Ende des Statements. Erst vergangenen Sommer war Tholstrups Tochter – Moores Stieftochter – Christina einem Krebsleiden erlegen.

Bis zuletzt ist Moore vor allem mit seiner bekanntesten Rolle als James Bond in Verbindung gebracht worden, den er in sieben Filmen in den 1970er und 1980er Jahren spielte.

Moore hat den britischen Geheimagenten 007 so oft wie kein anderer Darsteller verkörpert.

 

Obwohl wir ihn als James Bond kannten und liebten, stand Moore auch in zahlreichen anderen Filmen vor der Kamera. Begonnen hatte die Schauspielkarriere des Sohns eines Polizisten und einer Kassierin vor 80 Jahren im besetzten Nachkriegsdeutschland. Dort war Moore als Soldat der britischen Armee stationiert war. Damals begann er, Theater zu spielen. Von 1945 bis 2016 drehte der britische Schauspieler Filme und war auf Theaterbühnen zu bewundern.

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Weltbekannt wurde Moore aber durch seine Rolle als James Bond.

Bei Moore wurde man oft den Eindruck nicht los, dass sein Grinsen angeboren war. Ob er in seiner Paraderolle gerade eines der Bond-Girls vernaschte, als Simon Templar einen Geheimauftrag ausführte oder vor Live-Publikum seine Bücher signierte: Der Schalk schien dem groß gewachsenen Briten stets im Nacken zu sitzen. Auch noch im vergleichsweise hohen Schauspieleralter, von Queen Elizabeth II bereits 2003 zum “Sir” geadelt.

 

Roger Moore folgte 1973 auf George Lazenby der nach Sean Connery nur einen Bond drehte. Auf Moore folgten Timothy Dalton, Pierce Brosnan und der aktuelle Bond-Darsteller, Daniel Craig.

Auch in seinen zwölf Jahren als Bond ging Moore der Humor nie verloren – obwohl er seinen Vorgänger Sean Connery für den besseren in der Rolle hielt. Kritiker mutmaßten sogar, Moore habe den eigentlich ernst gemeinten Romanstoff Ian Flemings zu sehr zum Klamauk verkommen lassen. Als Moore 58 war, gab er die Lizenz zum Töten zurück. “Das war der Tiefpunkt in meinen Leben”, sagte er einmal dem “Guardian”. Ob er das ernst meinte, war nicht so recht klar. Er ist der erste der sechs Bond-Darsteller, der nicht mehr am Leben ist.

Nach seiner James Bond-Karriere engagierte sich Roger Moore verstärkt im sozialen Bereich. 1991 wurde er Sonderbotschafter des UN-Kinderhilfswerks Unicef.

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Seit 2002 war der dreifache Vater Moore, mit seiner vierten Ehefrau, der dänischen Millionärin Kristina Tholstrup, verheiratet und lebte in Monaco sowie in der Schweiz. In den vergangenen Jahren hatte er mehrfach gesundheitliche Probleme: Er überwand Prostata-Krebs und schwere Herzrhythmusstörungen. Seinen privaten Fokus hatte er längst auf die Hilfe für bedrohte Kinder und für Tiere gelegt – inspiriert von seiner Schauspielkollegin und Ex-Nachbarin Audrey Hepburn.

Unicef würdigte Moore als “großen Kämpfer für Kinder”. “In seinen berühmten Schauspielrollen war Roger der Inbegriff von cooler Kultiviertheit, aber in seiner Arbeit als Botschafter des guten Willens für Unicef war er ein leidenschaftlicher – und sehr überzeugender – Anwalt für Kinder”, sagte Unicef-Chef Anthony Lake laut Mitteilung in New York. “Er wird sehr vermisst werden.”

“Wir sind betrübt, vom Verlust einer der Giganten des britischen Kinos zu hören”, schrieb das British Film Institute (BFI) auf Twitter. Der neuseeländisch-australische Schauspieler Russell Crowe (“Gladiator”) schrieb, dass er Moore “geliebt” habe. Der britische Moderator Piers Morgan schrieb auch mit Blick auf den tödlichen Terroranschlag in Manchester: “Oh nein. Als ob heute nicht schon traurig genug ist.” Moore sei ein “herrlicher Schauspieler” und ein “wundervoller Mann” gewesen.

Nach Wünschen des Schauspielers wird es eine private Beerdigung in Monaco geben, wo er und seine Ehefrau Kristina Tholstrup zuletzt ihre Sommer verbrachten.

 

Nachfolgend ein Zusammenschnitt der besten Bond-Momente mit Roger Moore!

Von: apa