Bushido mit seinem Anwalt

Bushido im Prozess gegen Clanchef: Weiterer Rapper bedroht

Montag, 25. Januar 2021 | 17:29 Uhr

Rapper Bushido hat im Prozess gegen einen Berliner Clanchef von einem weiteren Rapper gesprochen, der durch seinen angeklagten ehemaligen Geschäftspartner bedroht und mit einer unberechtigten Geldforderung konfrontiert worden sei. “Es waren ein oder zwei Millionen Euro, weil sich der Musiker selbstständig machen wollte”, erklärte Bushido am Montag in seiner weiteren Aussage vor dem Berliner Landgericht.

Von dieser Forderung gegenüber einem Künstler, mit dem er bis 2018 einen Vertrag hatte, sei ihm berichtet worden. “Welche rechtliche Grundlage das haben sollte, entzieht sich meiner Kenntnis”, so Bushido.

Der 42-jährige Musiker, bürgerlich Anis Ferchichi, befindet sich seit inzwischen fünf Monaten im Zeugenstand. Er ist Nebenkläger und Zeuge in dem Prozess. Laut Anklage soll es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die Beziehungen zu seinem langjährigen Geschäftspartner aufgelöst habe. Der Mann habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Jänner 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Sessel attackiert worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Hauptangeklagten Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei Brüder des Clanchefs. Die vier Männer haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Bushido, der auch am 21. Verhandlungstag von Personenschützern begleitet wurde, äußerte sich zu mehreren Verträgen, die er mit anderen Künstlern abgeschlossen hatte. Exklusivverträge hätten sich auf Bereiche wie Musikproduktion und Vermarktung bezogen. Einer der Rapper habe ihm 2018 von einer Bedrohung durch den Beschuldigten berichtet. Auf Nachfrage erklärte Bushido, bei dem Vorfall sei er persönlich nicht dabei gewesen – “zum Glück nicht, einmal reicht”, so der Zeuge. Seine Befragung soll am 27. Jänner fortgesetzt werden.

Von: APA/dpa