Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren

Comeback des Wiener Life Balls am kommenden Sonntag

Samstag, 03. Juni 2017 | 10:49 Uhr

Dem Comeback des Wiener Life Balls am 10. Juni steht nichts mehr im Wege. Die Aufbauarbeiten sind im vollen Gange, Gery Keszler und sein Team scharren in den Startlöchern. Das diesjährige Ziel: weg vom reinen Event-Gedanken und wieder zurück zum eigentlichen Kern der Botschaft, nämlich Aids und die HIV-Infektion auszurotten. “Ich glaube, das wird uns gelingen”, sagte Keszler im Vorfeld.

Dass die Veranstaltung im vergangenen Jahr “Pause” gemacht hat, hört Veranstalter Keszler nicht gerne. “In Wahrheit war es wahnsinnig anstrengend”, erzählte der Organisator zum Auftakt der Vorbereitungen für das Jahr 2017. Als der Life Ball in den 1990er-Jahren das erste Mal über die Bühne ging, “war er da, um ein Tabu zu brechen, er war sehr provokant”, sagte der Gründer des Aids-Charity-Events. In den darauffolgenden Jahren sei das Event gewachsen. Der Vorteil: Der Ball wurde breiter akzeptiert und “hat Tür und Tor geöffnet, wirtschaftlich, inhaltlich und auch medial”.

Aber es habe sich auch eine gewisse Dekadenz eingeschlichen. Keszler übte Selbstkritik: “Mir ist klar geworden, dass wir viel zu komplex und zu mannigfaltig die unterschiedlichen Problematiken zu HIV öffentlich kommuniziert haben.” Keszler nahm den Blick weg vom “Hype der Persönlichkeiten” und kündigte für die diesjährige Eröffnung am Wiener Rathausplatz unter dem Motto “Recognize the Danger” eine “Zeitreise” und keine Modeschau mehr an, die mit einer Revue “wie im Hollywood der 30er-Jahre” enden wird.

Sein Wunsch war heuer vor allem die Einbindung der Jugendlichen in das Thema. Das Wissen darüber ist Grundvoraussetzung für eine rasche Früherkennung von HIV/Aids, eine Reduktion der Ansteckungsrate sowie einen gesellschaftlich enttabuisierten Umgang mit dem Thema. Dass hier Bedarf besteht, zeigte die Ausbildung junger Menschen zu Life Ball-Peers. Die Jugendlichen sollten zum Thema HIV und Aids ausgebildet werden, um bei Gleichaltrigen Aufklärungsarbeit zu leisten. “Aufklärung geschieht auf Augenhöhe”, ist Keszler überzeugt.

Dass das Thema in der Schule eher stiefmütterlich behandelt wird, beklagten Jugendliche bereits bei einem zweitägigen Workshops im Wiener Hilton, wo ihnen als Life Ball-Peers medizinisches Basiswissen, Gesundheitsvorsorge und Wissensvermittlung zu sexueller Integrität sowie Rhetorik und Körpersprache nähergebracht wurden. Als die Peers aus ihren Workshops kamen und das Wissen in ihren Schulen weitergeben wollten, sollte das nicht ohne Beisein der Lehrer geschehen, berichtete Keszler. “Hier fehlt anscheinend noch ein bisschen die Brücke des Vertrauens”, meinte der Ball-Organisator. “Es geht darum, dass Jugendliche perfekt ausgebildet sind in Wissen zum Thema HIV und Aids und das mit Gleichaltrigen in Gruppenarbeit durchnehmen sollen. Und da braucht man keinen Lehrer dabei”, so Keszler.

So wird heuer auch zum ersten Mal am Tag nach dem Life Ball ein “Life Ball Next Generation” im Rathaus stattfinden, der die junge Zielgruppe ansprechen soll. Für das neue Event öffnet das Rathaus am Sonntag nach dem Life Ball erneut seine Tore, um Jugendlichen ein eigens für sie gestaltetes Programm mit internationalen DJs, Performern, Stars, Bloggern und Influencern zu bieten.

Von: apa