Privat trägt Tom am liebsten Jogginghose

Conchita wird Perücke irgendwann an den Nagel hängen

Montag, 25. September 2017 | 12:35 Uhr

Glamourös und elegant: So zeigt sich Tom Neuwirth (28) alias Conchita Wurst auch drei Jahre nach dem aufsehenerregendem Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC). Optisch hat sich die Figur der österreichischen Dragqueen dagegen leicht verändert. Längerer Bart, kein falscher Busen mehr, weniger Glitzer. “Viele Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe, gelten nicht mehr”, sagt Conchita der dpa in München.

Dort startet am kommenden Montag ihre Deutschland-Tour. Nach dem ESC-Erfolg mit “Rise like a Phoenix” 2014 in Kopenhagen sei eine gewisse Erwartungshaltung entstanden. “Wie ich auszusehen, was ich zu sagen und was ich zu singen habe – das habe ich ein stückweit auch gemacht”, sagt Conchita. Von ihrem Diven-Image wolle sie sich nicht lösen, es aber weiterentwickeln, gerade was die Musik anbelange. “Ich bin an meinem zweiten Album dran, was schon ein Riesending für mich ist. Ich probiere gerade viel aus und versuche einfach meinen Sound zu finden.”

Der ESC-Sieg, der sie über Nacht weltberühmt machte, habe dafür gesorgt, dass sie sich viele ihrer Träume erfüllen konnte. “Seitdem habe ich vor dem EU-Parlament gesprochen, den früheren UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kennengelernt, konnte für Jean Paul Gaultier laufen, habe Céline Dion getroffen und wurde von Karl Lagerfeld fotografiert.” Der Auftritt in Kopenhagen machte sie auch zur Galionsfigur der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender-Community und zur Botschafterin für Toleranz.

Für die Zukunft kann sich Conchita viel vorstellen: von Drehbüchern schreiben bis hin zu Hotels einrichten. “Ich bin sehr interessiert an sehr, sehr vielen Dingen, ich möchte mein Leben einfach zu hundert Prozent ausleben.”

Gerade ist Conchita aber vor allem Sängerin, die bei ihren Konzerten auch gerne aus dem Nähkästchen plaudert. “Das sind Geschichten von Menschen, die ich getroffen habe und die wesentlich berühmter sind als ich”, sagt Conchita. Etwa von einem Abendessen mit Modeschöpfer Gaultier oder einem Kuss mit Weltstar Elton John.

Gediegener wird es bei ihrem Orchester-Projekt, das an einem der berühmtesten Orte der Welt startete: in der Oper in Sydney. “Das war natürlich überwältigend, es war wie ein musikalischer Ritterschlag”, sagt die Künstlerin. “Für mich ist die Klassik die Wiege der Musik” – deshalb das Faible für Orchesterkonzerte. “Ich glaube, wir Pop-Häschen können uns von den Klassikern in Sachen Technik wirklich einiges abschauen.”

Auf der Bühne tritt Conchita meistens in funkelnder Robe auf, privat trägt Tom am liebsten Jogginghose. “Ich habe auch eine etwas andere Aussprache und bin geduldiger, wenn ich die Perücke trage.” Doch die Grenzen zwischen Kunstfigur und ihrem eigentlichen Ich würden immer weiter verschwimmen. “Früher waren die Differenzen wohl größer als jetzt”, sagt Conchita.

Trotz gegenteiliger Gerüchte will Tom als Kunstfigur Conchita Wurst weitermachen. Erstmal. Aber: “Ich werde definitiv die Perücke irgendwann für einige Zeit an den Nagel hängen, weil es viele Dinge gibt, die ich machen möchte und für die ich mich nicht zwingend anmalen muss.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Conchita wird Perücke irgendwann an den Nagel hängen"


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Marta
Marta
Universalgelehrter
26 Tage 15 h

de passat guit in inson Londtog

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
26 Tage 15 h

…hatt zumindest a schianere Frisur als inser Kulturminister… 😃

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
26 Tage 16 h

Mir gefällt diese concita nicht

witschi
witschi
Universalgelehrter
26 Tage 14 h

ja mach schon

Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
26 Tage 12 h

i blerr sem net!  I vostea olba no net wie der/dei so weit kemm isch! Fakt isch, dass der/de ohne Frauenkleider niemals giwung hätt…. obwohl lai die selbe Stimme dohintosteckt! Des isch net a Frau mit Bart! des isch a Monn in Frauenkleidern der ohne Frauenkleider offensichtlich nix hinkrieg!

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