Die Queen wurde von Prinz Charles vertreten

Dankgottesdienst in Kathedrale St. Paul’s ohne Queen

Freitag, 03. Juni 2022 | 15:53 Uhr

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Londoner Kathedrale St. Paul’s haben sich die königliche Familie und Hunderte Gäste aus Politik und Gesellschaft bei der Queen für ihre 70-jährige Regentschaft bedankt. Die 96 Jahre alte Jubilarin hatte ihre Teilnahme am Vorabend aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. “Wir sind traurig, dass Sie heute nicht hier sind, aber wir sind so glücklich, dass Sie noch immer im Sattel sind”, sagte der Erzbischof von York, Stephen Cottrell.

Es wurde angenommen, dass sie das Geschehen vor dem Fernseher verfolgte. Der Geistliche dankte der Monarchin am Freitag für ihre Kraft, Menschen zusammenzubringen und ihre Treue und Ergebenheit zu ihrem Volk.

Der Erzbischof lobte die Monarchin dafür, immer “Kurs gehalten” zu haben und sagte, ihre lange Regentschaft sei “kein Sprint wie beim Epsom Derby” gewesen, sondern eher wie ein Turnier über eine lange Distanz. Bei der großen Pferdeliebhaberin in Windsor dürften diese Vergleiche auf Gegenliebe gestoßen sein.

Vertreten wurde die Queen offiziell von ihrem Sohn Prinz Charles (73), der den Gottesdienst mit Herzogin Camilla im Kreise der erweiterten Royal Family feierte. Große Menschenmassen hatten sich bereits in der Nacht und am frühen Morgen rund um die Kirche versammelt, um einen Blick auf die Royals zu erhaschen.

Erstmals seit ihrem Rückzug aus dem britischen Königshaus waren auch Prinz Harry und Herzogin Meghan wieder bei einem offiziellen royalen Anlass dabei. Die Menge vor der Kirche begrüßte das Paar, das zum Thronjubiläum aus den USA angereist war, mit großem Jubel. Die Beziehung vor allem von Harry zu seinem Vater Prinz Charles und Bruder Prinz William gilt als schwer belastet. Meghan und Harry saßen in der zweiten Reihe der Kathedrale, zusammen mit den Queen-Enkelinnen Beatrice und Eugenie und deren Ehemännern.

Eingeladen waren außerdem Mitglieder der Streitkräfte, viele Politikerinnen und Politiker und Vertreter der Commonwealth-Staaten. Premierminister Boris Johnson, der wegen der “Partygate”-Affäre um Lockdown-Partys in der Downing Street unter Druck steht, wurde draußen auch mit Buhrufen empfangen. Vor der Kirche zeigte sich am Vormittag erneut, mit welchen Strapazen royale Zeremonien einhergehen: Mehrere Wachen, die teilweise über Stunden in schwerer Uniform stillstehen müssen, fielen auf den Stufen in Ohnmacht.

Auch wenn die Pandemie in Großbritannien als beendet gilt, sorgte das Coronavirus für Ausfälle beim Gottesdienst: Sowohl der zweitälteste Queen-Sohn Prinz Andrew als auch der Erzbischof von Canterbury, der den Gottesdienst eigentlich halten sollte, ließen sich wegen Infektionen entschuldigen. Masken wurde in der Kirche mit Hunderten Gästen nicht getragen. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste in der Londoner Guildhall zu einem Empfang.

Zu Ehren der Königin erklang auch die größte Glocke des Landes namens “Great Paul” – zum ersten Mal wegen eines royalen Anlasses. Die 1882 gebaute Glocke war jahrzehntelang stumm, weil ein Mechanismus kaputt war. 2021 wurde sie wiederhergestellt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Dankgottesdienst in Kathedrale St. Paul’s ohne Queen"


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pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
24 Tage 4 h

So ein Affentheater,haben die Engländer keine anderen Probleme im Kopf?

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