Kathrin Resetarits wurde für "Licht" ausgezeichnet

Diagonale-Drehbuchpreise an Höß/Stern, Covi und Resetarits

Freitag, 16. März 2018 | 15:20 Uhr

Der mit 14.500 Euro dotierte Carl-Mayer-Drehbuchpreis ist am Freitag beim Grazer Filmfestival Diagonale an Johannes Höß und Clara Stern für “Hacklerstrich” gegangen. Den Förderpreis (7.200 Euro) erhielt Tizza Covi für “Artikel 640”. Der Thomas Pluch-Drehbuchpreis (12.000 Euro) ging an Kathrin Resetarits für “Licht”, wie von der Jury mitgeteilt wurde.

Die vom Kulturressort der Stadt Graz initiierten und vom Grazer Stadtsenat beschlossenen Carl-Mayer-Drehbuchpreise wurden am Freitag im Hotel Wiesler übergeben. Den Hauptpreis für das Duo Höß/Stern ermittelte die internationale Jury (Reinhard Jud, Wolfgang Lehner, Cornelia Seitler, Susanne Spellitz, Vorjahressiegerin Evi Romen) aus 40 Einreichungen zum Thema “Loyalität”. Als Begründung wurde u.a. genannt: “Alex und Nicu stehen täglich am Arbeiterstrich. Ihre enge Freundschaft macht vieles besser, miteinander ertragen sie unfaire Arbeitgeber, schlechte Jobs und durchgelegene Matratzen im Achtbettzimmer. Unter dem Druck der Verhältnisse kommt es zum Loyalitätskonflikt. Erst jetzt bemerken die beiden wie nahe sie einander sind”. Den Autoren sei es gelungen, Menschen in einem fein gesponnenen Netz von Abhängigkeiten zu zeigen, allerdings werde den Figuren zu wenig vertraut, um zu einem schlüssigen Ende zu kommen.

In der Jurybegründung für das Spielfilm-Treatment “Artikel 640” der Wienerin Franziska “Tizza” Covi hieß es, die unzähliger Schönheitsoperationen und oberflächlicher Beziehungen überdrüssige erfolglose Schauspielerin Vera, die bei einem Verkehrsunfall ein Kind verletzt, baut eine aus ihrer Sicht intensive Beziehung zu dem neunjährigen Buben und dessen Vater auf. “Die Geschichte öffnet eine emotionale Dimension, die so noch nicht auserzählt ist”, so die Juroren.

Der Thomas Pluch-Drehbuchpreis wurde vom Bundeskanzleramt Kunst und Kultur im Gesamtwert von 22.000 Euro gestiftet. Den Hauptpreis (12.000 Euro) für Kathrin Resetarits’ “Licht” über das Klavier-Wunderkind Maria Theresia Paradis (Regie: Barbara Albert) resümierte die Jury (Sonja Heiss, Tobias Nölle und Katrin Schlösser) unter: “Vom ersten Satz an werden wir durch die präzise Schilderung und die kraftvolle Bildsprache in eine Welt entführt, die man fühlen, riechen, hören und sehen kann”.

Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren “Cops” von Stefan A. Lukacs, “Die beste aller Welten” von Adrian Goiginger, “Licht” von Kathrin Resetarits, “Life Guidance” von Ruth Mader und Martin Leidenfrost und “Zauberer” von Clemens Setz, Sebastian Brauneis und Nicholas Ofczarek nominiert gewesen. Der Thomas Pluch Spezialpreis der Jury – dotiert mit 7.000 Euro – ging an “Zauberer”, dazu hieß es u.a.: “Wir sehen hier eine Art zu erzählen, die sich nicht um Konventionen und Erwartungen schert, sondern radikal seiner inneren Stimme folgt”.

Die Thomas Pluch-Drehbuchpreise für mittellange oder kurze Kino-Spielfilme – je 3.000 Euro – wie auch den Spezialpreis hat eine nationale Jury, bestehend aus Elisabeth Gabriel, Valentin Hitz und Karina Ressler vergeben. Aus den 21 Einreichungen wurden fünf Drehbücher nominiert. Den Thomas Pluch-Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme erhält Timothy Bidwell für “Der Ausflug”, nach einer Idee von Jürgen Karasek. Dazu schrieb man: “Unter vielen starken Einreichungen sticht für uns ein Drehbuch heraus, das einen minutiösen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen wirft. Wir steigen in einer unauffälligen Alltagssituation in die Geschichte ein und verlassen den Film in höchster Eskalation”.

Von: apa