Cesar Sampson tritt für Österreich an

Die Antworten auf die entscheidenden Fragen zum Song Contest

Mittwoch, 25. April 2018 | 11:56 Uhr

In Portugals Hauptstadt Lissabon wird heuer ab 8. Mai der 63. Eurovision Song Contest gefeiert. Trotz jahrzehntelanger medialer Präsenz hinterlässt das Großevent bei vielen Fernsehzuschauern aber immer noch große Fragezeichen. Der Versuch, einige dieser Unklarheiten mit Antworten zu beseitigen:

Was ist denn der Eurovision Song Contest jetzt eigentlich ganz genau?

Im Jahr 1955 beschloss die Europäische Rundfunkunion (EBU) – ein Zusammenschluss der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten diesseits des Eisernen Vorhangs – ein gemeinsames Projekt: den Grand Prix of the Eurovision. 1956 wurde der Musikwettbewerb erstmals in der Schweiz veranstaltet – mit nur sieben teilnehmenden Ländern. Österreich hatte damals den Anmeldeschluss verpasst.

Und wieso heißt der Song Contest nicht mehr Grand Prix?

Der Wettbewerb hat viele Namen: Im deutschsprachigen Fernsehen nannte man ihn anfangs Grand Prix Eurovision de la Chanson oder auf Deutsch Großer Preis der Eurovision, die erste Ausgabe in Lugano hatte den italienischen Titel Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europea. Schon 1960 hieß der Wettbewerb in Großbritannien Eurovision Song Contest. 1992 wurde dieser Titel dann international anglisiert vereinheitlicht.

Nach welchen Kriterien wird über den Austragungsort entschieden?

Nach den ersten drei Wettbewerben in der Schweiz, in Deutschland und den Niederlanden (1956/1957/1958) wurde die Regel eingeführt, dass jeweils das Siegerland den nächsten ESC ausrichten darf. In der Vergangenheit wurde allerdings auch schon auf diese Ehre verzichtet – meist, um Kosten zu sparen. Die Niederlande (1960), Frankreich (1963), Monaco (1972) und Luxemburg (1974) ließen etwa Großbritannien ran und Israel überließ 1980 den Niederlanden den ESC.

Okay, aber dafür findet der Song Contest zumindest immer in der Hauptstadt des jeweiligen Gastgeberlandes statt?

Wer behauptet denn so was? Der ESC-Zirkus gastiert sogar gerne außerhalb der großen Metropolen: So finden sich weniger glamouröse Austragungsorte wie Harrogate, Brighton, Millstreet, Düsseldorf oder Malmö auf der Liste der ESC-Städte. Die Hauptstädte sind bei den Austragungsorten jedoch zugegebenermaßen in der Mehrheit. Inklusive Lissabon heuer steht es derzeit 41:22.

Wie viele Länder haben bisher teilgenommen?

Insgesamt 52 Länder finden sich in den Ergebnislisten des ESC, darunter auch Kleinstaaten wie Andorra, Monaco und San Marino. Marokko ist das einzige afrikanische Land, das bis dato mit von der Partie war (1980), Australien ist seit 2015 mit dabei. Und schließlich gibt es mit Jugoslawien oder Serbien & Montenegro Staaten in der ESC-Historie, die heute gar nicht mehr existieren. Von den unabhängigen Staaten Europas haben bis dato einzig Liechtenstein und der Vatikan noch nie einen Kandidaten ins Rennen geschickt. Allerdings bemüht sich der liechtensteinische 1 FL TV schon länger um eine EBU-Mitgliedschaft und um eine Teilnahme am ESC.

Gibt es Top- und Flopnationen?

Aber hallo! Irland ist mit sieben Siegen top, auch wenn der letzte Gewinn 20 Jahre zurückliegt; Deutschland hingegen liegt bei den Teilnahmen vorne: Zum 62. Mal wird die Bundesrepublik heuer dabei sein (Österreich zum 51. Mal). Großbritannien ist Top-Gastgeber, achtmal war der ESC auf der Insel zu Gast. Als Flopländer kann man wohl jene bezeichnen, die nie gewonnen haben – das sind immerhin 25 von 52 Partizipanten. Von diesen sind Andorra und Montenegro die schlechtesten: Sie haben insgesamt 0 Punkte auf ihrem Eurovisionsfinalkonto.

Wie kann es sein, dass Israel, Marokko oder Aserbaidschan beim ESC teilnehmen?

Die Teilnehmerländer des Eurovision Song Contests richten sich nicht nach der geografischen Lage in Europa, sondern nach der Mitgliedschaft in der Rundfunkunion EBU (European Broadcasting Union) mit Hauptsitz in Genf. Die 1950 gegründete EBU hat derzeit 73 Mitglieder in 56 Ländern, wozu auch Nationen in Nordafrika und dem Nahen Osten gehören.

Und wie kommt dann Australien ohne EBU-Mitgliedschaft zu ESC-Ehren?

Australien – seit vielen Jahren mit einer der fanatischsten ESC-Fan-Communitys gesegnet – wurde auf Betreiben des ORF zum Jubiläums-ESC in Wien 2015 eingeladen – eigentlich nur ausnahmsweise. Aufgrund des Erfolges des sympathischen Teilnehmers Guy Sebastian wurde die Idee aber auch für Stockholm 2016, für Kiew 2017 und nun Lissabon 2018 verlängert. Down Under ist also irgendwie schon fixer Part of the Family.

Von: apa

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