Merab Ninidze ist Doktor Ballouz

“Doktor Ballouz” ordiniert in der ZDF-Mediathek

Dienstag, 18. Mai 2021 | 06:29 Uhr

Der ORF kämpft noch darum – das ZDF hat schon eine: eine Mediathek, in der Filme, Sendungen und Serien längerfristig abrufbar bleiben. Im Fall der sechsteiligen Mini-Serie “Doktor Ballouz” etwa kann man sich mit dem Ansehen (ohne Geoblocking) bis 31. März 2022 Zeit lassen. Solange sollte man jedoch keinesfalls warten. Denn diese Arztserie hat weder mit der “Klinik unter Palmen” noch mit der “Schwarzwaldklinik” etwas gemeinsam.

Schauplatz ist die Uckermark im Nordosten Brandenburgs, die man spätestens seit der Verfilmung von Juli Zehs großartigem Roman “Unterleuten” auch hierzulande bestens kennt. Im Mittelpunkt steht Amin Ballouz, der Chefarzt eines kleinen Krankenhauses. Ihn und seine Kolleginnen und Kollegen möchte man um sich haben, wenn man schon unbedingt ins Spital muss: Hier wird mit fachlicher Expertise, viel Geduld und großer Empathie ans Werk gegangen. Der Patient in seiner Gesamtheit, mit allen seinen medizinischen wie psychischen oder sozialen Problemen steht hier im Mittelpunkt, und nicht die knallharte Statistik von Fallzahlen, Erfolgsquoten und Bettenbelegungen.

Das Ganze ist natürlich ein Märchen, leider. Dass es aber ein so schönes und nur ein klein wenig kitschiges ist, verdankt sich dem Hauptdarsteller Merab Ninidze. Der einer Theaterfamilie entstammende 55-jährige Georgier hatte 1993 in Florian Flickers Film “Halbe Welt” seine erste deutschsprachige Rolle und lebt seit 1994 in Wien. Er spielte u.a. in Andreas Grubers “Hasenjagd”, Goran Rebic’ “Jugofilm” und Flickers “Suzie Washington”, ehe Caroline Links “Nirgendwo in Afrika” und danach deutsche Serien riefen. Es gibt aber eigentlich keinen Grund, warum man noch länger auf Ninidze-Rollen in heimischen Serien warten sollte – wenn man sich schon nicht von ihm behandeln lassen kann…

(S E R V I C E – Video verfügbar bis 31.03.2022. https://www.zdf.de/serien/doktor-ballouz )

Von: apa