Das Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang

Echo-Affäre: Antisemitismusbeauftragter zufrieden

Donnerstag, 26. April 2018 | 14:58 Uhr

Der designierte Antisemitismusbeauftragte Felix Klein ist froh über die Konsequenzen aus dem Skandal um den Echo-Musikpreis. “Der Fall der beiden Rapper und die darauf folgenden Reaktionen haben gezeigt, dass die grundlegenden Reflexe unserer Gesellschaft funktionieren”, sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin.

“Hier ist eine rote Linie überschritten worden. Dass Künstler und die Verleiher des Echo jetzt Konsequenzen gezogen haben, zeigt, dass Veränderung möglich ist”, so Klein.

Das Ende für den deutschen Musikpreis Echo ist aus Sicht des Verbands für österreichische Musikwirtschaft IFPI eine “sehr klare Entscheidung”. Damit würden die deutschen Kollegen ihren “Blick in die Zukunft” richten, heißt es auf Anfrage der APA in einer Stellungnahme am Donnerstag.

Am Mittwoch hatte der Bundesverband Musikindustrie bekanntgegeben, dass der Echo abgeschafft und dafür ein neuer Musikpreis geschaffen werde. Der Verband reagierte damit auf die Empörung über die Preisvergabe an das als antisemitisch kritisierte Rap-Album “Jung, Brutal, Gutaussehend 3” des Rapper-Duos Kollegah und Farid Bang. Darin kommen Textzeilen vor wie “Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen” und “Mache wieder mal ‘nen Holocaust”.

Offiziell tritt Felix Klein sein im Bundesinnenministerium angesiedeltes Amt am 2. Mai an. Zuletzt war er Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen.

Das Aus des Echos in bisheriger Form sowie dessen komplette Neuaufstellung wurde nur einen Tag vor der 18. Verleihung des österreichischen Musikpreises “Amadeus Austrian Music Awards”, der Donnerstagabend im Wiener Volkstheater vergeben wird, bekanntgegeben. Beim Amadeus könnten ähnliche Probleme wie in Deutschland aufgrund einer Fachjury, die neben Verkaufszahlen für die Nominierungen verantwortlich zeichnet, abgefedert werden, so der Musikwirtschaftsverband, der den Preis ausrichtet.

In den vergangenen 18 Jahren sei ähnliches jedenfalls “noch nie in dieser Dimension” aufgetreten. “Aber ganz ausschließen wird man eine Diskussion um die Kunstfreiheit und ihre Grenzen nicht können.” Beim Amadeus werden Preise in insgesamt 14 Kategorien vergeben – über die Gewinner entscheiden Jury und das Publikum via Online-Voting zu je 50 Prozent. Ausnahmen sind der FM4-Award sowie der Lebenswerkpreis. Die Gala im Volkstheater wird von Conchita moderiert und ab 21.55 Uhr auf ORF eins übertragen.

Von: APA/dpa