Laut Wolff schadet Trump nicht so viel wie George W. Bush

Enthüllungsbuch-Autor Wolff auf Lesereise durch Deutschland

Dienstag, 27. Februar 2018 | 14:51 Uhr

Der amerikanische Enthüllungsbuch-Autor Michael Wolff hat einen Rat für europäische Staatschefs im Umgang mit US-Präsident Donald Trump: Sie sollten bei Lob alle Zurückhaltung aufgeben. “Es gibt keinen Grad der Schmeichelei, der für Donald Trump zu groß ist”, sagte Wolff am Montag bei der Buchvorstellung von “Feuer und Zorn” in Berlin.

Im Gegenzug werde Trump das Lob zurückgeben, so könnte laut Wolff ein positiver Kreislauf entstehen. Das scharfzüngige Buch (OT: “Fire and Fury”) hatte in den USA – über kurze Zeit – viel Furore gemacht. Wolff zeichnet auf der Grundlage von sieben Monaten Recherche im Weißen Haus und angeblich 200 Interviews ein chaotisches Bild der Machtzentrale. Trump sprach von Lügen und Erfindungen.

Bei der deutschen Buchpremiere teilte Wolff (64) kräftig aus. Trump sei nicht nur wirr, höre nicht zu und wehre jede Analyse ab. Er sei darüber hinaus ein “gemeiner Scheißkerl” (“mean son of a bitch”), habe Wutanfälle und brülle herum.

Ein kleiner Silberstreif ist aus Wolffs Sicht, dass Trumps Regierung letztlich nicht so viel Schaden anrichten werde wie die von George W. Bush. Trump werde keinen Krieg gegen Nordkorea anfangen, sagt Wolff, der als ein Argument anführt: Für Krieg brauche es eine Aufmerksamkeitsspanne.

Der New Yorker Journalist hat bereits mehrere Bücher geschrieben, darunter über den Medienmogul Rupert Murdoch. Kritiker warfen ihm Fehler und Ungenauigkeiten in seinen Darstellungen vor. Wolff stellt das Buch diese Woche noch in Hamburg und Köln vor.

Von: APA/dpa