Schauspielerin Janine Kunze entschuldigte sich für ihre Aussagen

Entschuldigungen nach Rassismus-Vorwurf an WDR-Sendung

Montag, 01. Februar 2021 | 09:34 Uhr

Nach Empörung und Kritik an der WDR-Sendung “Die letzte Instanz” haben sich die deutsche Schauspielerin Janine Kunze (46, “Hausmeister Krause”) und der Moderator Micky Beisenherz (43) für ihre Aussagen entschuldigt. In der Talkrunde hatten die Gäste Thomas Gottschalk, Jürgen Milski, Kunze und Beisenherz aktuelle gesellschaftliche Themen diskutiert, darunter auch die Frage: “Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?”

In der Sendung konnten die Gäste Aussagen mit einer grünen Karte zustimmen und mit einer roten Karte dagegen stimmen. Alle vier Gäste hielten die rote Karte hoch. Die Sendung war am Freitagabend als Wiederholung ausgestrahlt worden.

“Mir ist klar geworden, dass ich Menschen, insbesondere die der Sinti und Roma Community, mit meinen unbedachten Äußerungen zutiefst verletzt, als auch diskriminiert habe”, schrieb Kunze am Sonntag bei Instagram. Beisenherz sagte am Montag in seinem Podcast “Apokalypse und Filterkaffee”: “Wenn ich Leute enttäuscht habe, dann tut mir das aufrichtig leid, denn das möchte ich nicht”.

Auf Twitter empörten sich im Anschluss viele Zuschauer darüber, dass die Gäste “empathielos”, “unkritisch” und “naiv” mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen seien und rassistische Begriffe verteidigt hätten. Auch der Umstand, dass zu einer Diskussion über Rassismus ausschließlich weiße Gäste in die Talkrunde eingeladen waren, wurde heftig kritisiert. Besonders im Fokus stand eine Aussage von Kunze, die sagte, sie habe sich “über viele Worte nie Gedanken gemacht”. “Haltet mich für naiv, nein, sie gehören dazu”, führte sie weiter aus. Scharfe Kritik gab es auch an Thomas Gottschalk (70), der angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, “wie sich ein Schwarzer fühlt”.

Kunze schrieb in ihrem Statement am Sonntag, als Mutter von drei Kindern sollte sie aufgeklärter sein. Sie werde künftig ihre Wortwahl überdenken. “Mein Wunsch ist es, dass wir voneinander lernen”. Ihr Statement versah sie mit dem skizzenhaften Bild eines Herzens. Beisenherz sagte in seinem Podcast weiter, er hätte in der Sendung bei vielen problematischen Aussagen vehementer reagieren müssen. “Das habe ich verstanden und das nehme ich mit fürs nächste Mal.”

Am Sonntag hatte der Sender Fehler eingeräumt: Die Sendung sei nicht so gelaufen, “wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten”. In der “letzten Instanz” sollten kontroverse Themen auf unterhaltsame Weise diskutiert werden, und dabei dürfe natürlich jeder Gast seine Meinung äußern. “Aber rückblickend ist uns klar: Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt betroffen sind”, hieß es in der Stellungnahme. “Daraus haben wir in jedem Fall gelernt”, sagte eine WDR-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Deutlicher wurde Beisenherz: “Wenn da vier Kartoffeln sitzen und über Rassismus mit Karten abstimmen, dann ist im Kern ja schon mal etwas falsch, das kannst du so einfach nicht machen”, sagte er in seinem Podcast. Als Gesellschaft sei man deutlich weiter, “als im Jahr 2021 noch ernsthaft über dieses verdammte Schnitzel zu diskutieren und zu sagen, ich möchte unbedingt das Z-Wort benutzen, wenn ich bestelle.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Entschuldigungen nach Rassismus-Vorwurf an WDR-Sendung"


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Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Das ist doch an den Haaren herbei gezogen. Keiner hat sich da bisher was schlechtes gedacht, wenn er diese Worte gebraucht. Ich werde das auch weiterhin tun, ganz egal, ob das jetzt gefällt oder nicht.

Morgaine
Morgaine
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Vielleicht solltest du das doch nochmal gründlicher überdenken. nur weil du dir nichts Schlechtes dabei denkst, kann es für andere doch sehr verletzend sein. Wieso dann nicht einfach versuchen eine andere Worteahl zu benutzen?

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Morgaine
Wir werden ja auch als “Piefkes” bezeichnet. Gut, auf manche passt das. Soll ich jetzt deswegen beleidigt sein? Ich fühle mich nicht als solcher. 😉

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

@ Morgaine Die Worte ändern sich laufend, das ist das Problem. In den 50ern war “Neger” noch kein Schumpfwort (“Nigger” und “Boy” schon, aber “Neger” war einfach nur eine Kategorisierung.), später sagte man “schwarz”, wenn man höflich sein sollte, heute ist auch das verpöhnt.
Weder Zigeuner-, noch Jäger-, Wiener- und Pizzaiolo-Schintzel sind darauf ausgelegt, jemanden zu beleidigen und so lange es keine Vorschrift gibt, keine menschenbezogenen Worte in den Namen von Speisen zu verwenden, werde ich die althergebrachten Namen verwenden.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 4 Tage

@Neumi “Die schwarze da hinten” ist in unserer Sprache eine Frau mit schwarzen Haaren.
Man muss sich nicht alles verbieten lassen.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

Als nächstes wird der Südtiroler Speck verboten.
Könnte mancher Südtiroler ja auch als rassistisch empfinden.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

… oder Bayerische Dampfnudeln !!!

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 4 Tage

Speck? Hast du gerade etwa füllige Leute beleidigt? 😠

😆🤡😆

Minie
Minie
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@Hustinettenbaer auch Frankfurter sind Würstchen 🍽️🤤

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Die öffentliche Selbstgeisselung geht weiter….

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

So angelt man Quoten.
Aber das geht gar nicht: “Kartoffeln” ! Diskriminierung !!!!!

Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
1 Monat 4 Tage

Ich bin ein Fossil! Denn in meiner Kindheit standen in den Opferstöcken in den Kirchen so genannte „Nickneger”. Das waren Spendendosen für Afrika in Form eines schwarzen Menschen. Wenn man eine Münze einwarf, nickte anschließend die Figur mit dem Kopf. Und niemand hat etwas Böses dabei gedacht. Ohne Schmarrn!

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 3 Tage

Und da gibt es im Forum noch selbsternannte “Urgesteine”, die Alltagsrassismus noch verteidigen. Auf eine Art und Weise….

Wie der Name schon sagt, sterben Urgesteine langsam aus und es bleibt zu hoffen, dass sich die Jungen nicht zuviel abschauen.

Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
1 Monat 3 Tage

Es gibt in AFRIKA u.a. 2 Staaten:
NIGER und NIGERIA
Übersetzen Sie das doch mal KORREKT! LOL

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