Die Austragung des ESC in Israel ist wegen eines Streits gefährdet

Experte: Alternativen zum ESC-Ausrichterland überschaubar

Dienstag, 14. August 2018 | 09:23 Uhr

Im Fall des Scheiterns einer Austragung des Eurovision Song Contests (ESC) in Israel kommen nach Ansicht eines Experten nur bestimmte Länder als Alternative infrage. Zum Beispiel verfügten Österreich, Deutschland oder auch Schweden als Gastgeber in den vergangenen Jahren über das Wissen und die nötigen Mittel, sagte der ESC-Fachmann Irving Wolther der Deutschen Presse-Agentur.

“Jedenfalls ginge der ESC nicht nach Zypern”, ist sich der Kulturwissenschaftler, der über den ESC promoviert hat, sicher. Denn der Inselstaat, mit Eleni und dem Song “Fuego” 2018 auf dem zweiten Platz, verfüge nicht über die nötige Infrastruktur. Die Austragung des ESC 2019 in Israel ist wegen eines Streits um die Finanzierung gefährdet. Die Entscheidung soll am Dienstag fallen.

Es gebe einige Präzedenzfälle für den Verzicht auf die Gastgeberrolle, so Wolther. In den 1960er und 1970er Jahren hätten kleine Staaten wie Monaco und Luxemburg abgewunken. Das letzte Mal sei das 1980 in Israel passiert, als das Land zum zweiten Mal in Folge das aufwendige Ereignis ausrichten sollte und sich überfordert gesehen habe. Die Niederlande sprangen ein. Die Kosten für die Ausrichtung eines ESC liegen laut Wolther heute erfahrungsgemäß zwischen 12 und 15 Millionen Euro.

“Früher war die BBC ein beliebter Retter in der Not”, meinte Wolther. Auch der NDR komme infrage. “Und Schweden ist immer heiß darauf, das zu machen”, ist der Experte überzeugt. Wichtig sei, dass umgehend ein erfahrenes Kern-Team an die Arbeit gehen könne. Denn die Zeit bis zum nächsten ESC dränge. Die israelische Sängerin Netta hatte im Mai mit ihrem Song “Toy” den ESC in Portugal gewonnen. Dadurch findet der Wettbewerb im Mai 2019 normalerweise in Israel statt.

Von: APA/dpa