"Es wird kein Betroffenheitsabend" verspricht Fendrich

Fendrich verspricht “einmalige” Benefiz-Konzerte”

Donnerstag, 08. Februar 2018 | 18:12 Uhr

Rainhard Fendrich spielt Anfang April in Salzburg, Graz und Wien drei Benefizkonzerte gegen Kinderarmut und unterstützt damit die Volkshilfe bei ihrer Arbeit. Dem Publikum verspricht der Sänger einen “einmaligen Abend”, wie er am Donnerstag im Gespräch mit der APA sagte. Fendrich wird von anderen Musikern und für ihn neuen Instrumenten begleitet. Es werde zudem “kein Betroffenheitsabend”.

Fendrich hatte im Jänner ein Plakat der Volkshilfe gesehen und war nach einem Besuch auf der Internetseite der Organisation “erschüttert, dass 300.000 Kinder in diesem Land von Armut bedroht sind”, wie er erzählte. Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger wurde dann von ihm bereits mit einem fertigen Konzept konfrontiert. Fendrich habe sich gesagt: “Wir machen das nicht wienerisch – ‘schau ma moi, dann seng ma scho’ -, sondern wir sagen: Okay, wir haben die Orte, wir machen den Kartenverkauf, ich nehme kein Geld und wir schauen, dass wir nicht nur Geld reinkriegen, sondern ein anderes Bewusstsein in Zeiten des Wohlstands schaffen.”

“Je besser es den Menschen geht, desto höher werden die Zäune. Und es wird das, was man als christliche Werte immer so gern sich auch rechtspopulistisch aufs Banner schreibt – wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Mitleid – ganz einfach abgeschafft”, führte Fendrich aus. “Es bringt aber jetzt nichts, gegen Politik zu wettern und nur zu kritisieren.” Es sei “in der Natur eines Liedermachers, wie der Georg Danzer so richtig sagte – den Finger in die Wunde zu legen und dort ‘Auweh’ zu schreien, wo es den anderen wehtut”, sagte der Künstler. Er sei sehr froh, politische Lieder geschrieben zu haben. “Weil mit so einer Haltung und solchem Liedgut kann man besser alt werden, als wenn man Partysongs schreibt, das wird irgendwann einmal lächerlich”, sagte der 63-Jährige.

Fenninger soll bei den Benefizkonzerten als Volkshilfe-Direktor ein Paar Worte an das Publikum richten, wünschte sich Fendrich. “Ich werde vielleicht dazwischen, die eine oder andere Bemerkung zu meinen Liedern haben, aber es wird kein Betroffenheitsabend”, betonte er. “Wir haben eine andere Besetzung, wir spielen auch mit Blasinstrumenten, wir spielen mit einem der besten Akkordeonspieler der Welt, worauf ich mich schon sehr freue.” Jedenfalls werde er alle seine Hits spielen.

Fenninger zeigte sich “sehr berührt” von der von Fendrich ausgegangen Initiative. Er freut sich als “extremer Kulturliebhaber” außerdem auf die Konzerte in kleineren Hallen und die dortige “Clubatmosphäre”. Die Ticketpreise seien zwar teurer angelegt, es werde aber “etwas Besonderes”. Die Politik sollte Familien mit armutsbetroffenen Kindern finanziell besser unterstützen und beispielsweise bei der Familienbeihilfe etwas drauflegen oder die Teilnahme an Schulskikursen ermöglichen, betonte Fenninger.

Fendrich ortete beim Kinderbonus der neuen Regierung “Nachbesserungsbedarf”. Außerdem wünschte er sich eine Sonderregelung, dass für Benefizveranstaltungen “nicht auch noch Steuern gezahlt werden müssen”. Er habe vor, das Projekt langfristig zu begleiten. “Ich beginn jetzt mal mit drei Konzerten, mach dann ein Album, geh auf Tournee, aber es wird so sein, dass sicherlich noch einige Konzerte nachkommen werden, die den Kampf gegen Kinderarmut unterstützen.” Das Album sei in der Endfertigung und komme im Mai. Im Moment haben die Konzerte gegen Kinderarmut aber “absolute Priorität”.

INFO: Rainhard Fendrich live am 3. April in Salzburg, 4. April in Graz und 5. April in Wien; Vorverkauf u.a. bei www.oeticket.com und www.lskonzerte.at

Von: apa