"Biene Maja" ist Kult

Fernsehbiene Maja wird 40

Freitag, 09. September 2016 | 10:08 Uhr

Sie ist klein, frech, schwarz-gelb gestreift und fliegt schon seit 40 Jahren durch die Fernsehwelt. “Biene Maja” hat bereits mehrere Generationen von Kindern und Eltern begeistert. Am 9. September 1976 war sie zum ersten Mal im deutschen Fernsehen zu sehen, davor in Japan. In Österreich war ihr Summen erstmals am 19. September 1976 im Fernsehen zu hören.

Gemeinsam mit Kumpel Willi bestand Maja in rund 100 Folgen so einige Abenteuer – ob sie Grashüpfer Flip aus einer fleischfressenden Pflanze rettete, ins Netz von Spinne Thekla geriet oder Tausendfüßler Hieronimus aus der Patsche half. Seit 2013 ist “Biene Maja” in 3D unterwegs, auch eine zweite Staffel der Neuauflage ist derzeit in Produktion. Aus dem Fernsehprogramm ist sie nicht mehr wegzudenken, ein Kinostar war sie 2014 auch schon.

Die Serie wurde anfangs durchaus kritisch gesehen, wie der Vater der “Biene Maja”, Josef Göhlen, erzählt. “Man hat in der ‘Biene Maja’ Kitsch gesehen”, sagt der damalige Leiter des ZDF-Kinder- und Jugendprogramms, der auch für so beliebte Serien wie “Timm Thaler” oder “Silas” verantwortlich war. “Damals musste man die Kinder im Fernsehen erziehen, das wollte ich partout nicht. Ich wollte sie unterhalten in einem guten Sinne.” Das hat er geschafft: Zunächst wurden 52 Folgen der Serie gezeigt, 1979 und 1980 kamen je 26 neue Folgen hinzu. Die “Biene Maja” fand ihren Weg aber auch in Hörspiele und Comics.

Als die TV-Serie startete, war die neugierige Biene bereits 64 Jahre alt: Autor Waldemar Bonsels schrieb 1912 das Buch “Die Biene Maja und ihre Abenteuer”. Willi tauchte darin noch nicht auf. Die Geburtsstunde für die Fernseh-Maja war 1974 in einem Taxi in München: Göhlen und sein Kollege Herbert Hauk vom ORF suchten laut ZDF eine Nachfolge-Serie für “Wickie und die starken Männer” und konnten Bonsels Witwe davon überzeugen, dass Maja die richtige Idee für eine Trickserie wäre. Cartoonist Marty Murphy und sein Team entwickelten in Los Angeles die Drehbücher, in Japan wurde die Serie gezeichnet – vom Regisseur, der auch für “Wickie” verantwortlich war.

Die Biene hat keine Scheu vor der Welt. Ihrem Kumpel Willi, dem Eberhard Storeck die legendäre typisch näselnde Stimme verlieh, sagt sie schon mal, wo’s lang geht. So gibt Willi in der Folge “Maja und die Heuschrecke” ängstlich zu bedenken: “Man wagt sich nicht an was ran, was man nicht kennt.” Das lässt Maja nicht gelten. “Dann bleib eben hier, wenn Du zu feige bist”, ruft sie ihm zu und macht sich auf – ohne ihn. Willi nimmt sich aber ein Herz. “Nein, nein, nein. Warte auf mich. Alleine lasse ich Dich da nicht hinfliegen.”

Die Serie ist kaum vorstellbar ohne den Titelsong von Karel Gott: “In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt, von der sprach alles weit und breit.” Der tschechische Sänger sah den Erfolg damals nicht voraus. “Ich habe überhaupt nicht geahnt, wie populär das Lied in Deutschland werden würde”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. “Von da an konnte keines meiner Konzerte in Deutschland ohne es auskommen.” Für die neue “Biene Maja” hat Helene Fischer das Titellied neu aufgenommen, der Text ist geblieben.

Das Geheimnis der Kult-Serie? “Am herausragendsten ist vielleicht, dass die ‘Biene Maja’ sehr spielerisch die Welt entdeckt”, sagt Marcus Horn, verantwortlicher Redakteur beim ZDF für die “Biene Maja” von 2013. “Vielleicht ist es das, was die Kinder daran so fasziniert, dass da jemand etwas darf, was bei Ihnen nicht so möglich ist.” Das sieht Göhlen ähnlich: “Die Figur ist nicht nur lieb und nett, sondern hat viele Attitüden, die auch Pippi Langstrumpf hat.” Skeptisch ist er, was die neue 3D-Version angeht – ihm fehlen Charme und Poesie. Horn sagt, die charmanten Charaktere der alten Serie seien bewusst in die 3D-Serie herübergerettet worden. So näselt Willi noch immer. Die neue Serie mit kürzeren Folgen hat neue Fans gefunden und ist laut Horn in über 150 Länder verkauft worden. Und es steht schon fest: Die Biene wird weiterfliegen.

Von: APA/dpa

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