Akin war eine Zeit lang Mitglied in einer Jugendbande

Filmemacher Fatih Akin wendet sich an junge Migranten

Freitag, 12. August 2016 | 11:08 Uhr

Der türkischstämmige Filmemacher Fatih Akin (“Gegen die Wand”) hat junge Migranten dazu aufgerufen, sich zu Deutschland zu bekennen. “Ey, Leute, identifiziert euch mit diesem Land. Es ist schon okay hier”, sagte der 42-jährge Hamburger Regisseur, dessen Eltern Ende der 1960er-Jahren nach Deutschland kamen, dem “Zeit”-Magazin.

Man müsse die türkische, russische oder arabische Welt nicht aufgeben. “Das ist ja nichts, was man verrät. Die Angst ist es, die man loslassen muss, nicht die eigene Kultur”, meinte der erfolgreiche Filmemacher. “Die Angst, irgendetwas zu verlieren. Schließlich kann vieles nebeneinander existieren.”

Geboren und aufgewachsen ist Akin im Hamburger Stadtteil Altona. Zeitweise war er Mitglied in einer Jugendbande. Damals habe ihm das Selbstbewusstsein gefehlt, “mich als Teil dieses Landes, als Deutschen anzunehmen”. Jetzt tue er das zum Glück.

Er habe aber lange gebraucht, um sich von den Erwartungen seiner Eltern zu lösen, hatte Akin bei einer Veranstaltung in Hamburg Ende Dezember 2015 gesagt. “Der Befreiungsschlag ist mir erst durch ‘Gegen die Wand’ gelungen.” So hätten seine Eltern unter anderem von ihm erwartet, eine Muslima zu heiraten, sagte der mit einer Deutsch-Mexikanerin verheiratete Drehbuchautor.

Von: APA/dpa

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