Filmfestspiele Cannes kündigten Regeländerung an

Filmfestspiele Cannes halten an Netflix-Filmen fest

Mittwoch, 10. Mai 2017 | 14:35 Uhr

Infolge der Kritik vonseiten französischer Kinobetreiber halten die Filmfestspiele Cannes an der Wettbewerbsteilnahme zweier Netflix-Produktionen fest, kündigen jedoch eine Regeländerung an: Fortan müssen sich Filme, die zum Rennen um die Goldene Palme zugelassen werden wollen, zu einem Kinostart in Frankreich verpflichten, teilte das Festival am Mittwoch mit.

Netflix ist mit dem Monsterfilm “Okja” von Bong Joon-ho mit Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton sowie der Indie-Komödie “The Meyerowitz Stories” von Noah Baumbach mit Dustin Hoffmann, Ben Stiller und Adam Sandler erstmals in der Hauptkonkurrenz des wichtigsten Filmfestivals der Welt vertreten. Weil der US-Streaminggigant die Strategie verfolgt, seine eigenproduzierten Filme parallel zu limitierten Kinostarts seinen Nutzern in aktuell 190 Territorien online zur Verfügung zu stellen, regte sich Protest vonseiten der Vereinigung französischer Kinos (FNCF).

Zwar hatte sich Netflix-Chef Reed Hastings offen für einen Kompromiss gezeigt, wonach die beiden Streifen für eine limitierte Dauer in französischen Programmkinos starten könnten. Eine Lösung scheint aber nicht gefunden worden zu sein, was das Festival nun “bedauert”. Man sei sich “der Sorge ob der fehlenden Präsenz dieser Filme in Frankreichs Kinos bewusst”, schreiben die Organisatoren, die sich über einen neuen Akteur, “der sich entschlossen hat, in Kino zu investieren”, zwar freuten. Zugleich bekräftige man die “Unterstützung für die traditionelle Form der Vorführung von Kinofilmen in Frankreich und weltweit”.

Für Netflix ist es nicht der erste Konflikt mit Kinobetreibern. 2015 hatten einige große US-Kinoketten den Start von “Beasts of No Nation” boykottiert, weil sich der Streamer nicht auf eine 90-tägige Frist zwischen Kino- und Streaming-Start eingelassen hatte. Mit dem viel gepriesenen Kindersoldatendrama hatte Netflix damals seinen ersten Spielfilm auf den Markt gebracht – und es direkt in den Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig geschafft.

Von: apa