Friedrich von Thun mit Sohn Max

Filmstar Friedrich von Thun wird 75

Freitag, 30. Juni 2017 | 15:24 Uhr

Er gehört zu jenen Fernsehgesichtern, die im deutschsprachigen Raum jeder TV-Gerätebesitzer seit Jahrzehnten kennt: Friedrich von Thun. Der österreichische Schauspieler ist Meister der charmanten, meist honorigen und bisweilen hinterhältigen Charaktere und gilt darin als Quotengarant. Am 30. Juni wird von Thun nun 75 Jahre alt – und denkt nicht an Ruhestand, wie er der dpa versichert.

Im Gegenteil. Heuer schlug er mit dem Kinderfilm sogar einen neuen Weg ein. Im Frühjahr war von Thun in “Die Häschenschule – Jagd nach dem goldenen Ei” im Kino zu sehen und stand für “Benjamin Blümchen” vor der Kamera. Genau das ist es, was er an seinem Beruf besonders liebt – die Abwechslung. “Dass man Bösewichte und dann einen Hasenlehrer spielt. In ‘Benjamin Blümchen’ bin ich der Zoodirektor, dann bin ich ein bayerischer Polizist und dann wieder ein Geschäftsmann, der irgendetwas unterschlägt.”

Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht von Thun auf der Bühne und vor der Kamera. Geboren wurde er 1942 im heutigen Tschechien, 1948 flüchtete seine Familie nach Österreich. So besuchte von Thun im steirischen Seckau das Abteigymnasium, bevor er nach der Matura zum Studium nach München wechselte, wo er Schauspielunterricht nahm. Häufig drehte er im Laufe der Jahre an der Seite seiner Wiener Schauspielkollegin Senta Berger, etwa in den Serien “Die schnelle Gerdi” und “Dr. Schwarz und Dr. Martin” sowie im Vierteiler “Liebe und weitere Katastrophen”.

Auch US-Regisseur Steven Spielberg wurde auf von Thun aufmerksam und engagierte ihn für das Oscar-prämierte Holocaust-Drama “Schindlers Liste”. In der ZDF-Reihe “Die Verbrechen des Prof. Capellari” überzeugte er als männliche Miss Marple. 2007 spielte er einen Seelenklempner in “Helen, Fred und Ted”, 2014 war von Thun in dem Historienfilm “Die Pilgerin” zu sehen und in “Das Attentat – Sarajevo 1914”. Zu letzterem hat der Schauspieler auch einen familiären Bezug: Denn die 1914 in Sarajevo zusammen mit ihrem Mann Franz Ferdinand, dem Thronfolger von Österreich-Ungarn, erschossene Herzogin Sophie von Hohenberg war eine Schwester seiner väterlichen Großmutter Marie.

Der heutige Wahl-Münchner ist jedenfalls gut beschäftigt, ist heuer doch etwa für den ORF die Dokumentation “Die Habsburger-Akte” am Plan, wie er der dpa verrät. “Das ist das Wunderbare an unserem Beruf, dass wir uns immer mit neuen Dingen auseinandersetzen müssen. Das ist schön.” Im Laufe seiner langen Karriere hat es von Thun geschafft, nie wirklich weg zu sein. “Ich bin sehr dankbar dafür. Das heißt ja nicht, dass es nicht mal besser und mal schlechter gegangen ist. Aber ich war immer zufrieden und glücklich in dem Beruf.”

Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Bambi und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet und 2006 zum “Auslandsösterreicher des Jahres” gekürt. Zweimal war von Thun verheiratet. Mit seiner ersten Frau, der Designerin Yella, hat er eine Tochter und einen Sohn. Max von Thun ist ebenfalls ein gefragter Schauspieler, Tochter Gioia arbeitet als Film-Produzentin.

Von: APA/dpa