Frank Hoffmann wurde durch die Moderation von "Trailer" bekannt

Frank Hoffmann feiert seinen 80. Geburtstag

Montag, 16. Juli 2018 | 09:13 Uhr

“Ich hätte nichts so Außergewöhnliches anzubieten, dass ich meine, ich müsste es meiner Um- und Nachwelt mitteilen”, sagt Frank Hoffmann darauf angesprochen, ob er eine Biografie plane. Seine Fans sehen das wohl anders. Der breiten Masse als ehemaliger Moderator der ORF-Sendung “Trailer” bekannt, stand der Schauspieler weltweit auf der Bühne. Am Montag, den 16. Juli wird er 80 Jahre alt.

Bereits vor fünf Jahren sagte der gebürtige Deutsche, dass sein Geburtstag für ihn kein “so besonders erfreulicher Anlass” sei – und schon gar nicht Beweggrund, über die Pension oder eine Biografie nachzudenken. Und wenn doch mal jemand über sein Leben schriebe, solle das Buch “Mimus-Gestus-Fundus. Erinnerungen eines Theater-Narren” heißen, so Hoffmann gegenüber der APA.

Zum Schreiben habe er selbst sowieso keine Zeit – zwischen der Leitung des “Güssinger Kultursommers”, den Hoffmann 2001 mitbegründete, und der Regie des diesjährigen Stückes “Weekend im Paradies” tritt er mit dem Musiktrio mg3 auf oder leiht Texten bei zahlreichen Lesungen seine Stimme.

Seinen runden Geburtstag feiert der Burgschauspieler im Kreis seines Güssinger Ensembles und “Freunden aus allen Himmelsrichtungen”, wie die Theatergröße mitteilte. Am Sonntag gibt es einen Brunch, am Montag kommt ihn der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl im Rahmen seiner Radtour in Hoffmanns Haus in Güssing besuchen. Hoffmann war bei der Landtagswahl 2015 im “Überparteilichen Personenkomitee für Hans Niessl”.

Frank Hoffmann wurde am 16. Juli 1938 in Radebeul/Dresden in Deutschland geboren. Er besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München. Auch wenn er die Schuljahre rückblickend anders verbringen hätte können, so der Schauspieler: “Einige Momente mit Größen wie etwa Attila Hörbiger sind wertvoller als langjährige Ausbildungen”, sagte Hoffmann. Er erinnert sich an einen Moment kurz vor einem Auftritt in “Nathan der Weise”: Die Schauspielgröße Hörbiger bot ihm das Du-Wort an, worauf der damalige Schauspielneuling auf der Bühne vor Schreck den Text vergaß.

Nach seiner Schulzeit war er unter anderem in Heidelberg, Köln, Dortmund sowie im Residenztheater München, am Schauspielhaus Graz und am Stadttheater Basel engagiert. Hoffmann hatte Rollen in Stücken wie “Heldenplatz”, “Maria Stuart”, “Fiesco”, “Götz von Berlichingen” oder “La Cage aux Folles”. Auch an der Wiener Volksoper, bei den Salzburger Festspielen, am Schauspielhaus Zürich, der Opera San Francisco oder der Oper in Tokio stand er in Gastauftritten auf der Bühne.

1967 wurde Hoffmann Mitglied des Ensembles am Burgtheater in Wien. Große Bekanntheit erlangte er durch die Moderation der ORF-Sendung “Trailer”. Von 1975 bis 1994 stellte Hoffmann dort wöchentlich Kinofilme vor. Bald wechselte er aber auch die Seiten: Seine erste Filmrolle spielte er 1982 in “Das As der Asse” mit Jean-Paul Belmondo und Marie-France Pisier. In den nächsten Jahren folgten Werke wie “Die Rückkehr der Zeitmaschine” (1983) und “Zum Glück gibt’s meine Frau”, in dem er an der Seite von Christiane Hörbiger, Erwin Steinhauer, Elfriede Ott und Burg-Kollegin Bibiana Zeller arbeitete. 1996 entstand Xaver Schwarzenbergs “Die Nacht der Nächte”, es folgte “Bella Ciao”, wofür er 1998 erneut gemeinsam mit Hörbiger vor der Kamera stand.

Ähnlich lang wie seine Filmografie lesen sich Hoffmanns Ehrungen. 1986 wurde er mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich ausgezeichnet. Zwei Bundesländer haben Hoffman mit Preisen geehrt – seine Wahlheimat Burgenland zeichnete ihn 1999 mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes aus, 2008 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Letztere Auszeichnung berührte den Schauspieler besonders. Er meinte einmal, er habe ein “gespaltenes Verhältnis zu Wien gehabt” und typisch deutsche Vorurteile gegen Österreicher gehegt. Diese haben sich in den Jahren gelegt. Im selben Jahr erhielt er den Berufstitel “Professor”.

Er nutzt das Rampenlicht auch, um Aufmerksamkeit auf wohltätige Zwecke zu lenken. So moderierte er 2013 beispielsweise ein Benefizkonzert für die Opfer des Taifun “Haiyan” auf den Philippinen. 2010 war er Botschafter des Österreichischen Bundesministeriums für Soziales und Arbeit im Internationalen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Außerdem ist Frank Hoffmann Mitglied des Kulturvereins Österreichischer Roma und Sinti und des Internationalen WWF.

Von 2013 bis 2014 war Hoffmann erneut regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Er analysierte an der Seite von Moderatorin Miriam Hie wöchentlich einen Film für das “Lichtspiele – Das Filmmagazin” auf ServusTV. In den Regiestuhl begibt sich der Schauspieler seit 2015 jährlich für den “Güssinger Kultursommer” – so inszenierte er Georges Feydeaus “Einer muss der Dumme sein”, Michael Frayns Komödie “Der nackte Wahnsinn” und 2017 das Stück “Pension Schöller”.

“Theater ist wie atmen”, sagte Hoffman einmal, “solange der Kopf mitmacht, werde ich dem Theater erhalten bleiben.” Den “Güssinger Kultursommer” will er bis mindestens 2021 leiten – denn da feiert das Burgenland seinen 100. Geburtstag. Dem Burgenland kann Hoffmann viel abgewinnen. Und obwohl er vor Jahren den Wunsch äußerte, sich in der Toskana niederzulassen, kann sich der Wahl-Burgenländer das jetzt nicht mehr vorstellen. “Das Südburgenland bietet mir so viel Toskanisches”, meint Hoffmann, “und die Menschen hier sind von einem Entgegenkommen und Hilfsbereitschaft, die in touristischeren Gebieten in diesem Maße nicht anzutreffen sind.”

Von: apa