Auch Walking On Cars sind mit dabei

Frequency: Bunter Tag 2 gestartet

Freitag, 19. August 2016 | 19:44 Uhr

“Das Leben war nicht nur ein Fest, es war ein Festival”, singen die Sportfreunde Stiller in einem Song ihres demnächst erscheinenden neuen Albums. Das Trio aus Deutschland stand als einer der Hauptacts am Freitag am Programm des FM4 Frequency in St. Pölten. So vielfältig wie ein Leben sein soll, war das Programm – von Hip-Hop und Folk-Pop zu Beginn über harte Klänge bis zum Electro-Swing-Ausklang.

“Ich finde so eine stilistische Bandbreite (wie beim Frequency, Anm.) tatsächlich großartig”, sagte Rüdiger “Rüde” Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller, im Interview mit der APA. “Früher habe ich mich immer gefragt, wie die das in der Schweiz schaffen, dass Placebo neben einer Weltmusikband spielen kann. Das hat dort immer gut funktioniert, das zog immer ein total durchgemischtes Publikum an. Ich merke jetzt aber auch bei Festivals wie hier oder in Deutschland, wo das Line-up stark durchgemischt wird, dass es funktioniert. So eine Vielfalt hat ja auch etwas total Inspirierendes.”

Die Sportfreunde sind fast so was wie Lokalmatadore, die einstigen Newcomer zählen mittlerweile zu den etablierten Acts. Rüde lachte: “Wir stellen das gerade fest! Uns gibt es plötzlich seit 20 Jahren. Wir haben unser halbes Leben in dieser schönen bunten Musikerwelt verbracht. Und es ist immer noch schön und aufregend, Dinge zu tun, an denen andere Anteil nehmen. Ich finde es einfach toll, dass es weitergeht.”

Während Rüde und seine Kollegen noch freie Zeit bis zu ihrem Gastspiel hatten, bei dem sie auch drei Songs aus ihrem kommenden Album “Sturm & Stille” vorstellen wollten, startete Tag 2 auf der Green Stage mit Chefboss, einer Hamburger Girlcrew. Alice Martin und Maike Mohr zogen die ersten Tanzwütigen mit einem frechen-spaßigen Versatz aus Dancehall und Electro an. Das Duo, flankiert von zwei Tänzerinnen und zwei Tänzern sowie einem DJ mit “Rauchkanone” im Hintergrund, gab auf der Bühne die Moves dazu vor: Vogueing bezeichnen Chefboss ihren Mix aus Tanzen, Work-out und Modeln, ein Stil der in der New Yorker Schwulenszene entstanden ist. Besungen wurde das “Blitzlichtgewitter” (aktuelle Single) wie die “Zombie Apokalypse” – Party eben.

Fast zeitgleich präsentierte sich Mick Jenkins auf der Weekender Stage und erzählte wortgewandt zu düsteren Beats seine Geschichten über Ganggewalt und soziale Missstände. Das hatte Tiefe. Der Rapper aus Chikago untermauerte seinen Ruf als einer der besten Newcomer seiner Zunft. “Spread Love” lautete seine Botschaft, denn “es gibt zu viel Hass derzeit da draußen”. Minimalistisch das Bild – ein DJ und eben Jenkins – und dennoch spannend die Darbietung, die der Rapper am 31. Oktober in Wien (Grelle Forelle) wiederholt.

Fröhlicher gestaltete sich der Tagesauftakt auf der Space Stage: Walking On Cars zelebrierten ihre eingängige, üppig instrumentierte Mischung aus Pop, Spuren von Rock und (ganz wenig) irischem Folk. Die Gruppe von der wild-romantischen Halbinsel Dingle vergaß auch nicht auf ihren Hit “Speeding Cars”. Sonnige Sounds verbreitete am selben Ort anschließend der in Kalifornien geborene Singer-Songwriter Matt Simons, der zwischen eigenen Songs auf wirksame Coverversionen wie “Sweet Home Alabama” setzte und den Soundtrack für einen Besuch bei einer kühlenden Megadusche lieferte. Die Temperaturen dafür waren gegeben.

Das Festivalleben fasste Skero gut zusammen: “Ma is immer im Stress, oiwei is wos los.” Der heimische Hip-Hopper war mit einer “Kapöööön” nach St. Pölten gekommen, einer Kapelle (samt Dirigenten) und am Nachmittag auf der Weekender-Stage fast “verschenkt” – ein besserer Slot hätte durchaus Sinn gemacht, zumal Skero die Leute anzog und begeisterte. Die Mischung aus Hip-Hop, Reggae, Bläser und Austro-Schmäh kam an.

Bevor zahlreiche Electronic-Acts – darunter das mutmaßliche Highlight Modestep LIVE – die Nachtschwärmer in den Nightpark locken, wurden für den mittleren Festivaltag noch namhafte Gruppen wie Foals, Wolfmother, Bring Me The Horizon und das Österreichdebüt von Last Shadow Puppets, dem Projekt von Alex Turner (Arctic Monkeys) und Miles Kane, erwartet. Zum Finale auf der Hauptbühne zu später Stunde beschallt Parov Stelar das Gelände mit seinem Electro Swing.

Von: apa

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