Abendliche Darbietung auf der "Space Stage"

Frequency: Rapper Yung Hurn und HipHop sorgten für Stimmung

Donnerstag, 17. August 2017 | 07:10 Uhr

Sichere Bänke auf der Hauptbühne mit Placebo sowie Bilderbuch und der sonst oft spärlich besuchte Weekender Stage als heimlicher Tagessieger in Sachen Stimmung: Der zweite Tag des Frequency-Festivals in St. Pölten überraschte mit einer Programmierung, die altgediente Bands mit zeitgemäßen Acts zu vereinen verstand. Und der Auftritt des Wiener Rappers Yung Hurn entpuppte sich als das Highlight.

Hauptverantwortlich für den sehr gelungenen zweiten Tag des Festivals erwies sich die im Vorjahr erstmals ins Leben gerufene HipHop-Schiene “Beat the Fish”. “Sie war vergangenes Jahr auch schon stark”, sagte Harry Jenner, Veranstalter des FM4 Frequency im Gespräch mit der APA und kündigte an, diese in der nächsten Auflage des Festivals weiter auszubauen.

Schon jetzt konnte man ohnehin den heutigen Siedepunkt des Festivals markieren, und spätestens mit dem Hauptact in der Halle, Yung Hurn, einen aufgrund des Besucherandrangs fast schon problematischen: Gegen 21 Uhr mussten wartende Festivalbesucher zeitweise von den Securitys vom Eintritt in die Halle abgehalten werden, da das Fassungsvermögen dieser Location an erschöpft war. Wie auch immer: Die so simple, wie recht geniale Herangehensweise, mit der sich Yung Hurn samt zahlreichen Mitstreitern mit HipHop bis Techno dem Publikum präsentierte, war an diesem Mittwoch ein Auslöser größter Begeisterung.

Davor zeigte die Britin Birdy auf der Space Stage noch bei Tageslicht erst einmal, dass man auf dieser auch als Songwriterin brillieren kann. Selbst Balladen konnte die 21-Jährige aufgrund ihres Stimmvolumens und dem druckvollen Spiel ihrer Begleitband live adäquat umsetzen, ohne der Stimmung zu schaden. Während auf der Hauptbühne so schon fast eine elegische Stimmung vorherrschte, ging in der Weekender-Halle längst die Post ab. Die in den vergangenen Jahren meist nur spärlich besuchte Location verabschiedete sich dank des Settings, das vor allem auf junge, deutschsprachige Rapper setzte, von ihrem Mauerblümchen-Dasein, und füllte sich nun mit den coolen Kids.

Indoor lockten vor allem die jungen deutschsprachigen Vertreter der Cloud-Szene, angefangen vom Stuttgarter RIN bis zum Schlussact Yung Hurn. Aufgelockert wurde dieses Setting durch den US-Amerikaner Vince Staples. Der 24-Jährige debütierte vor zwei Jahren mit dem Album “Summertime ’06” und legte dieses Jahr den Nachfolger “Big Fish Theory” nach. In St. Pölten kombinierte der Straight-Edge-Rapper die beiden unterschiedlichen Stile dieser Alben zu einem äußerst mitreißenden Mix. Die tanzbaren, zum Teil hochbeatigen Tracks des aktuellen Albums vereinte Staples mit den von minimalistischen Strukturen geprägten Stücken des Debüts so aggressiv wie überzeugend.

Weiterhin eher der Nachdenklichkeit verpflichtete Melodien präsentierte indes der Brite George Ezra auf der Hauptbühne. Dann folgten dort die Frequency-Veteranen Placebo. Mit einem druckvollen Gig, bei dem man den Gitarrensound in den Vordergrund stellte, trat man an, begeisterte aber nicht ganz. Und so konnten den Großteil des Publikumsstroms die US-Rapper Cypress Hill für sich reklamieren, womit die kalifornische Hip-Hop-Band dafür sorgte, dass vor dem Green Stage kaum noch ein Platz zu finden war.

Kurz vor Mitternacht kamen dann Bilderbuch auf die Hauptbühne. Während die 2005 gegründete Band aus Oberösterreich bei ihrem Auftritt im Vorjahr nichts zu wünschen übrig ließ, gestaltete sich ihr Gig in diesem Jahr dann doch ein wenig medioker, zumindest anfangs. Dann gerieten Maurice Ernst und seine Mitstreiter doch noch richtig in Fahrt. Das nächste Frequency steht natürlich bereits an: “Momentan ist 16. bis 18. August geplant”, so Jenner, womit das Festival 2018 wieder auf ein Wochenende hin angesetzt sein würde. Rundum zufrieden ist man bisher mit der diesjährigen Ausgabe.

Von: apa