Andreas Gabalier steht wieder einmal in der Kritik

Gabalier und Scheitelknien: Kampf um den Heimatbegriff

Samstag, 16. Juni 2018 | 13:10 Uhr

Mit seinem neuen Album und dem darauf enthaltenen Song “Kleine steile heile Welt” hat Andreas Gabalier einiges an Kritik heraufbeschworen. Darin singt er von seinem Land, “Schnitzel aus der Pfann'” und “Holzscheitelknien”. Die oberösterreichische Band Krautschädl wandte sich daraufhin mit einem Offenen Brief an den Musikerkollegen. “Wir wollen uns den Heimatbegriff nicht okkupieren lassen.”

So beschrieb Sänger Philipp “Mölgie” Sikora am Rande des Nova-Rock-Festivals gegenüber der APA die Beweggründe zum im Onlinemagazin “Noisey” veröffentlichten Text. Wie es der Zufall will, besingt nämlich auch das Trio im neuen Lied “Ane auf die Finga” das Scheitelknien – allerdings nicht in einem positiv-verklärten Zusammenhang wie bei Gabalier. Im Song wird die heimische Bildungskrise sowie “die Rückkehr von Schwarz-Blau zum Notensystem in der Volksschule” thematisiert. “Da blutet mir als Vater das Herz”, so Sikora.

Der Rest sei dann ein Gedankenspiel gewesen. “Was wäre, wenn wir diese Leute wirklich machen lassen würden? Was käme dann heraus? Scheitelknien! Das Lied von Andreas Gabalier ist nichts anderes als eine Bestätigung dafür”, unterstrich Sikora. “Wir haben dann gesagt: Jetzt können wir die Goschn nicht mehr halten.” Bassist Stefan “Sonti” Sonntagbauer ergänzte: “Es gibt einfach zu wenig Rückmeldungen auf ihn. Er ist extrem groß da, und wir dachten uns, irgendwer muss jetzt anfangen, eine Gegenmeinung zu bringen.”

So müsse es doch möglich sein, auch von linker Seite den Heimatbegriff zu verwenden – beziehungsweise einen Diskurs darüber zu starten. “Das sagt auch der Text von Sonti”, erklärte Sikora. Schlagzeuger Christoph “Fizl” Stadler versuchte sich an einer Differenzierung: “Eigentlich sind wir ja sogar sehr mittig unterwegs. Es hat sich einfach der Rest extrem verschoben. Deshalb sind wir innerhalb des jetzigen Spektrums links.” Die Frage für Krautschädl sei auch, ob sich Gabalier über seine Auswirkung überhaupt bewusst ist. “Es haben sich in den vergangenen Jahre die sogenannten Einzelfälle bei ihm aber auch sehr gehäuft”, bemerkte Sonntagbauer.

Damit sprach er verschiedene Aussagen bei Konzerten, in Sozialen Netzwerken oder in Bezug auf die Bundeshymne an. “Er greift natürlich auch Themen und Narrative von ganz weit rechts außen auf”, analysierte der Bassist. “In der österreichischen Musikszene hat es diesbezüglich vermehrt ein Unbehagen gegeben. Wir haben jetzt versucht, das zu artikulieren.” Wobei man den Kollegen und selbst ernannten “Volks-Rock’n’Roller” nicht als “Bösewicht” hinstellen wolle. “Eigentlich wollen wir nur eine Diskussion anstoßen. Das bedeutet auch Heimat für uns”, so Sonntagbauer. “Sich gemeinsam darüber Gedanken zu machen, wer wir sein wollen und wie die Zukunft ausschauen soll.”

Von: apa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Gabalier und Scheitelknien: Kampf um den Heimatbegriff"


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Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

die Sozies tollerieren in der Musikszene scheinbar niemanden, der nicht Sozi ist. Eigentlich ist die ganze Musikszene links okkupiert, so wie die Lehrerschaft, die Journalisten, die Historiker und Politikwissenschaftler eigentlich auch.

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
1 Monat 2 Tage

Schreib doch nicht so einen Unsinn.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Die Rückkehr zum Notensystem? Wie schrecklich 😳

Sky
Sky
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Was ist hier das Problem? Er singt wohl kaum nazifaschistische Texte.
Und zum Scheitelknien werden heutige Pädagogen nicht zurückgreifen.
Noten in der Grundschule gibt und gab es bei uns schon immer und Südtirol ist bei Pisa vor Österreich. Tutto qua!

Anduril61
Anduril61
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wie heisst es so schön, die Gedanken sind frei, vom Erfolg her liegt Gabalier mit seinen Gedanken die er in Liedern zelebriert sicher nicht falsch, denke dass da eher niedere Beweggruende wie Neid eine Rolle spielen wenn Krautschädel mit den Texten ein Problem hat. Eines muss man Gabalier lassen, er zieht sein Ding durch und lässt sich auch nicht politisch nicht vor einen Karren spannen….

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Andreas  Gabalier,- und wieder wird er die Herzen von Millionen von begeisterten Menschen erreichen. Ich mag ihn,seine Musik, seine Haltung,seine Einstellung,ein Musiker der die Herzen berührt, Menschen Freudentränen hervorzaubert,usw.
Bravo Gabalier, wir Lieben dich,weiter so.

gwin
gwin
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

sentimentale vergangenheitsglorifizierung endet zwangsläufig in der verharmlosung deren gewalt.

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