Eigentlich wollte Gadot mit dem Schauspielen aufhören

Gal Gadot: Langer Weg bis “Wonder Woman”

Freitag, 09. Juni 2017 | 12:02 Uhr

Sie verprügelt ihre Gegner und sieht dabei aus wie ein Model, trägt Diadem und Brustpanzer, Schwert und Schild – und kämpft für eine bessere Welt: “Wonder Woman”. Die israelische Schauspielerin Gal Gadot spielt die Amazonenprinzessin in dem gleichnamigen Film, der am Donnerstag in die Kinos kommt. Doch bevor sie Superheldin wurde, dachte die 32-Jährige schon über ein Ende ihrer Karriere nach.

“Dieser Beruf, diese Zurückweisung, oh Mann, das ist echt hart”, sagte Gadot kürzlich in der amerikanischen “Tonight Show” mit Jimmy Fallon. “Ich hatte so viele ‘fast’, und noch einen Kameratest und noch eine Runde und noch eine Runde.” Sie habe ihrem Mann irgendwann gesagt: “Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.” Doch dann sei der Anruf für das Vorsprechen für “Wonder Woman” gekommen.

Bisher war Gadot vor allem Fans der Filmreihe “The Fast and the Furious” bekannt. Dort spielte sie in einer Nebenrolle Gisele, frühere Agentin des israelischen Geheimdienstes und Waffenexpertin. Wie Gal Gadot fährt Gisele gerne Motorrad. Gadot hat die Stunts in zwei der Filme selbst gemacht, wie sie sagt. 2016 kam sie bereits als “Wonder Woman” in einer Nebenrolle mit “Batman v. Superman: Dawn of Justice” in die Kinos.

Gadot, deren Vorname auf Deutsch “Welle” bedeutet, stammt aus der israelischen Kleinstadt Rosch Haain in der Nähe von Tel Aviv. 2004 gewann sie im Alter von 18 Jahren den Titel “Miss Israel”. Anschließend ging sie für zwei Jahre zur israelischen Armee. Die 1,78 Meter große Frau mit den langen braunen Haaren war als Model tätig und studierte Jus, bis sie sich der Schauspielerei zuwandte. 2008 heiratete sie den israelischen Geschäftsmann Yaron Varsano, mit dem sie zwei Töchter hat. Die Jüngere, Maja, wurde im März geboren.

Nicht alle Fans von “Wonder Woman” waren allerdings begeistert, dass Gal Gadot die Comicfigur in der ersten Kinoverfilmung darstellen solle. “Leute haben sich sehr über meine Brüste aufgeregt”, sagte Gadot in einem Interview der britischen Boulevardzeitung “The Sun”. Sie seien zu klein für die Superheldin.

Gadot war allerdings nicht umsonst bei ihren Set-Kollegen von “Wonder Woman” dafür bekannt, regelmäßig während der Aufnahmen in Lachen auszubrechen. Sie nahm die Kritik mit Humor. “Wonder Woman ist eine Amazone, ich sollte nur eine Brust haben”, sagte sie mit Blick auf die Sage, wonach Amazonen sich eine Brust abschneiden, damit sie besser mit dem Bogen zielen können. “Also können sie froh sein, dass sie zwei kleine Brüste kriegen.”

Negative Reaktionen gab es auch, als die Vereinten Nationen 2016 “Wonder Woman” zur Botschafterin für Gleichberechtigung von Frauen ernannten. Gal Gadot unterstützte die Initiative. Gegner sagten, die Comicfigur sei nicht mit den feministischen Zielen der Rolle vereinbar. Mit ihren weiblichen Rundungen und dem knappen Outfit ähnele sie einem “Pin-up-Girl”. Zehntausende unterschrieben eine entsprechende Petition. Zwei Monate später verkündeten die UN das Ende der Zusammenarbeit.

Gal Gadot sieht “Wonder Woman” trotzdem vor allem als Kämpferin. “Ich denke, es ist so wichtig, dass Mädchen und Buben eine starke weibliche Figur haben, zu der sie aufschauen können”, sagte sie kürzlich in der Sendung “Good Morning America”. Ihre Tochter habe einmal zu ihr gesagt, sie möge Dornröschen nicht, “weil sie nichts macht”.

INFO: www.wonder-woman-film.de; http://wonderwomanfilm.com

Von: APA/dpa

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