Patti Smith gilt als "Godmother of Punk"

“Godmother of Punk” Patti Smith feiert ihren 72. Geburtstag

Sonntag, 30. Dezember 2018 | 14:49 Uhr

Ihr Erweckungserlebnis hatte Patti Smith an einem Bücherstand beim Busbahnhof in Philadelphia. 16 Jahre war sie damals alt, als sie den französischen Dichter Arthur Rimbaud für sich entdeckte. Ihre vielleicht erste große Liebe. “Rimbaud besaß den Schlüssel zu einer mystischen Sprache, die ich verschlang, ohne sie ganz enträtseln zu können”, schreibt Smith in ihrem Buch “Just Kids”.

Und der Held ihrer Jugend ist es auch heute noch. Als Patti Smith im Dezember in Paris war, postete sie auf Instagram ein Bild aus dem Literaturverlag Gallimard, wo neben einem ihrer Werke ein Buch von Rimbaud liegt.

Patti Smith, die am 30. Dezember 72 Jahre alt wird, hat sich schon immer in erster Linie als Dichterin verstanden – und erst dann als Musikerin. Und doch wurde sie zur “Godmother of Punk”. Ihr Slogan: “Drei Akkorde, verschmolzen mit Musik”, heißt es bei der “New York Times”.

Auf unnachahmliche Weise verband sie dabei Pariser Boheme und New Yorker Shabby Chic mit Coolness und einer Hippie-Attitüde. Die Bilder dazu lieferte Robert Mapplethorpe, der später selbst ein berühmter Fotograf wurde und 1989 an den Folgen seiner Aids-Erkrankung starb. Legendär ist sein Coverbild von Patti Smiths Debütalbum “Horses” (1975).

Einen veritablen Hit kann die Punk-Ikone ebenfalls vorweisen – ausgerechnet ein Cover-Song. Mit “Because The Night” von Bruce Springsteen erreichte sie mit ihrer Band immerhin Platz 13 in den US-Charts. Den Song spielt Patti Smith immer noch live. Und als bei einem Konzert in diesem Jahr im Rahmen des New Yorker Tribeca Film Festivals auch noch der Boss persönlich auf die Bühne kam, rastete die Menge komplett aus.

New York hat Patti Smith immer geliebt: Hier lebte sie mit Robert Mapplethorpe im legendären Chelsea Hotel, hing im Max’s Kansas City mit Andy Warhol rum und und machte den legendären Club CBGB zusammen mit den Ramones, Blondie, den Talking Heads und Televison zur Wiege des Punk.

Glücklich aber war die Sängerin auch in Detroit, wo sie mit ihrem Mann Fred “Sonic” Smith, Gitarrist der legendären Protopunk-Band MC5, und den beiden Kindern Jesse und Jackson lange Jahre recht zurückgezogen lebte. Dann starb ihr Mann 1994 im Alter von nur 46 Jahren.

“Das war eine schwierige Zeit in meinem Leben, als ich entscheiden musste, was ich ohne ihn mache”, sagte sie “The Guardian”. Sie fand nach ihrer Rückkehr nach New York wieder zur Musik zurück, veröffentlichte mehrere Alben, profilierte sich als Autorin und wurde mit dem schwedischen Polar-Musikpreis ausgezeichnet.

Von: APA/dpa